So präsentierten nicht nur amerikanische Autobauer wie Ram mit dem Rebel neue Pick-Ups. Insbesondere die Japaner wollen offensichtlich in diesem Segment mächtig Gas geben. Ein Highlight der Auto Show war die Premiere des neuen Toyota Tacoma TRD. Die Japaner erwarten, dass der Wagen vom Start weg sich zum Absatztreiber entwickelt.

Deshalb stellt der weltgrößte OEM in seiner texanischen Fabrik bei San Antonio 300 weitere Werker ein. Laut Bill Fay, General Manager von Toyota-USA, werde das wohl dennoch nicht ausreichen, um die steigende Nachfrage zu bedienen. Ziel des Unternehmens sei es, dieses Jahr rund 300.000 Pick-Ups in den Vereinigten Staaten abzusetzen. Toyota ist allerdings bei weitem nicht der einzige Hersteller, der sich für einen Pick-Up-Boom rüstet.

Schon in Detroit zeigte Nissan den riesigen Titan. Sein Marktstart ist erst im Sommer dieses Jahres. Doch schon jetzt ist Nachfrage so gigantisch, dass Nissan laut Detroit News die Produktion des neuen SUV namens Armada von Mississipi nach Japan verlegt, um mehr Platz zu schaffen für die Titan-Fertigung. Phil O’Connor, Chef von Nissan North America, erklärte im Rahmen der Chicagoer Messe, dass der Autobauer in den Vereinigten Staaten eine Veränderung des Kaufverhaltens beobachte. Sein Unternehmen wolle alles tun, um der steigenden Nachfrage nachzukommen. Ziel des Japan-OEMs sei es, seinen Marktanteil bei den Pick-Ups von derzeit ein auf vier Prozent in den nächsten Jahren hochzuschrauben.

Klar, Pick-Ups waren in den USA schon immer beliebt. So führt der Ford F-150 seit gefühlten Ewigkeiten die Zulassungsstatistik im Land der unbegrenzten Möglichkeiten an. Mark LaNeve, Vertriebschef von Ford-USA, bemerkt aber, dass sich die Nachfrage nach Pick-Ups noch einmal beschleunigen werde. “Normale” Autos könnten demnach immer weiter ins Hintertreffen geraten. In Anbetracht dieser Tatsachen verwundert es nicht, das Fiat-Chrysler Boss Sergio Marchionne, die Produktionsstrategie in den USA umstellte. Die Fertigung von zwei Limousinen stellt FCA ein, dafür sollen mehr Pick-Ups und SUVs vom Band laufen.

Vielfältige Gründe für gestiegene Nachfrage

Sicherlich tragen auch die sinkenden Sprit-Preise zum Pick-Up-Boom bei, doch die Gründe für die explodierende Nachfrage sind vielfältiger. Sie beschleunigen höchstens noch diesen Effekt, wie Ford-Mann LaNeve erklärt. Darüber hinaus sind moderne Pick-Ups bei weitem nicht mehr so schlimme Spritvernichter wie noch vor wenigen Jahren. Bestes Beispiel dafür ist der Ford F-150, der dank Alu-Kur jede Menge Kilos abgespeckt hat und infolgedessen weitaus weniger verbraucht. Jetzt will der US-Autobauer sogar eine Hybriversion des Bestsellers entwickeln.

Des Weiteren kommen die Wagen langsam aber sicher aus der reinen Nutzfahrzeug-Ecke raus. Optisch orientieren sich die Wagen mit der großen Ladefläche heutzutage eher an den lifestyligen SUVs, als an den Pritschenwagen vergangener Tage. Zudem verfügen Pick-Ups heutzutage über die gleiche moderne Technik, wie manches Oberklasse-Auto. Auch die Innenausstattung kommt weitaus hochwertiger daher, als noch vor wenigen Jahren. So ist Ford-Manager LaNeve überzeugt, dass auch steigende Benzinpreise dem Pick-Up-Boom nicht aufhalten können. Statt große Modelle, würden die Kunden dann eben etwas kleinere Pick-Ups kaufen.

Alle Beiträge zu den Stichwörtern USA Autromobilhersteller
Gabriel Pankow