Winfried Vahlands eiliger Abgang ist ein herber Rückschlag in punkto Neuordnung des Konzerns. Bild: Rene Fluger

Winfried Vahlands eiliger Abgang ist ein herber Rückschlag in punkto Neuordnung des VW-Konzerns. Bild: Rene Fluger

Wie in der offiziellen Mitteilung zu Vahlands Ausstieg betont wurde, stand der Schritt ausdrücklich nicht in Zusammenhang mit den aktuellen Ereignissen um den Dieselskandal bei Europas größtem Autobauer. Das bestätigt ein renommierter Brancheninsider, der namentlich nicht genannt werden will. Stattdessen gab Volkswagen “unterschiedliche Auffassungen über die Gestaltung der neuen Konzernregion” an.

Nun kommt der tatsächliche Grund heraus: Winfried Vahland sollte dem VW-Markenchef Herbert Diess unterstellt werden, der seit Sommer erst im Amt ist. Vahland dagegen wollte angeblich in den Konzernvorstand einziehen. Damit wäre das Nordamerika-Geschäft in der Konzernspitze mit ähnlichem Gewicht versehen worden wie das China-Geschäft, das Jochem Heizmann führt.

Für Volkswagen-Chef Matthias Müller ist der eilige Abgang Vahlands ein herber Rückschlag in punkto Neuordnung des Konzerns. Er muss nun erneut nach einem fähigen Mann mit Durchsetzungskraft und der nötigen Erfahrung suchen.

Als wahrscheinlichster neuer Arbeitgeber für Vahland dürfte der GM-Konzern in Frage kommen: Nach seinem Studium als Diplom-Wirtschaftsingenieur mit Schwerpunkt Maschinenbau und Wirtschaftswissenschaften an der TU Darmstadt besuchte Vahland das General Motors Institute in Michigan, um Betriebswirtschaft zu studieren. 1984 begann Vahland als Projektanalytiker für europäische Investitionen bei der Adam Opel AG und wurde später damit beauftragt, bei General Motors Europe die Herstellungsstrategie zu überwachen. Ab 1989 verantwortete er die Abteilung Investment Controlling. Erst 1990 wechselte Vahland in den VW-Konzern. Es wird kolportiert, Vahland habe immer noch recht gute Kontakte zum amerikanischen Hersteller.

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may/fv