Audi

Audis aktueller 2.0-TFSI-Motor mit 140 kW (190 PS). Bild: Audi

Der Verbrennungsmotor werde “in den kommenden Jahren weiter eine tragende Rolle spielen”, sagte der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, am Montag angesichts der für die Messe geplanten Produktvorstellungen. Klassische Automotoren hätten “noch erhebliches Optimierungspotenzial”.

Wissmann forderte gleichwohl abermals größere Anstrengungen der Politik, um Elektroautos in Deutschland zu fördern. Er setzt dabei auch auf Bundeskanzlerin Angela Merkel. Er wisse, dass die Kanzlerin “bei der Elektromobilität mit dem Herz bei der Sache” sei, sagte der VDA-Präsident.

Unterdessen hat die Bundesregierung klargestellt, keine Prämien für den Kauf von Elektrofahrzeugen zu planen. Man halte diese Idee “nicht für zielführend”, sagte der Sprecher des Bundesverkehrsministeriums, Sebastian Rudolph, am Montag in Berlin. Unter anderem die Grünen haben eine Prämie in Höhe von 5.000 Euro beim Kauf eines E-Autos vorgeschlagen. Rudolph sagte, die Bundesregierung investiere das Geld lieber in Forschung und Entwicklung einerseits sowie in komplette Maßnahmenpakete andererseits.

“Jetzt sind genügend Modelle auf dem Markt, das heißt, jetzt beginnt der Markthochlauf”, sagte Rudolph. Dabei seien alle gefordert, “sowohl die Industrie, Modelle anzubieten, als auch die Bundesregierung, einen guten attraktiven Rahmen bereitzustellen”. Mit Angeboten wie kostenfreien Parkplätzen in den Innenstädten, der Sondernutzung von Busspuren und der Befreiung von der Kfz-Steuer seien viele Anreize für den Kauf eines E-Autos geschaffen worden.

Die IAA ist zudem vom Trend zu immer stärker automatisierten Autos geprägt. Die Messe zeige “erstmals in einem großen Gesamtzusammenhang”, was bislang nur auf verschiedenen Messen zu sehen gewesen sei, sagte Wissmann. Auf der amerikanischen Detroit Motor Show etwa hatten sich viele Aussteller auf die klassische Fahrzeugtechnik konzentriert. Elektronik- und Software-Entwicklungen für künftige Autos waren auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas zu sehen.

“Auto und Smartphone werden zu einer Einheit”, sagte Wissmann nun. Der Branchenpräsident widersprach in dem Zusammenhang auch Einschätzungen, nach denen Autos an Attraktivität verlieren: “Es ist ein Märchen zu behaupten, junge Leute seien nicht fasziniert vom Auto.”

Die Zukunft des Autos wird auch Thema eines Treffens der G7-Verkehrsminister auf der IAA sein. Die Politiker wollen nach den Worten von Wissmann am Mittwoch und Donnerstag vor allem über vernetzte und automatisierte Fahrzeuge beraten.

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Hendrik Varnholt, Dow Jones Newswires / ks