Opel-Ampera-e_GM

Kommt der Opel Ampera-e und wenn ja, wann: eine der spannenden Fragen im Zusammenhang mit dem Verkauf von Opel an PSA ist die Zukunft des Stromers. Bild Opel

| von Frank Volk

Selten zuvor in der Vergangenheit hat ein Kompaktmodell schon vor seinem Verkaufsstart für dickere Schlagzeilen gesorgt als das Elektromodell aus dem Haus General Motors. Mit einer Reichweite von 520 Kilometern laut NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus) ist der Opel Ampera-e, europäischer Ableger des Chevrolet Bolt,  das erste Kompaktmodell mit einer nahezu voll alltagstauglichen Reichweite; angesichts des Kommens des Fahrzeugs haben auch andere Hersteller ihre Schlagzahl  bei der Entwicklung der alternativen Antriebsform erhöht. Nun droht allerdings der anstehende Verkauf von Opel  an den französischen Autobauer PSA dem Marktstart des Elektro-Hoffnungsträgers einen Strich durch die Rechnung zu machen.

Beim Pariser Autosalon  hatte Opel-Chef Karl-Thomas Neumann freudig erregt den Start des Ampera-e in Deutschland für Frühjahr 2017 angekündigt, danach folgten diverse News zum Fahrzeug. Allerdings: was bis heute fehlt, ist eine Preisstellung des Autos. Auch am Rande der in Frankfurt laufenden Vorstellung des Opel CrosslandX herrscht auf die Frage nach dem Preis und wie sich der wahrscheinliche Verkauf der Mark mit dem Blitz auf den Ampera-e auswirkt, kollektives Schulterzucken. Was aus Opel-Kreisen aber eingeräumt wurde: „Wie es mit dem Ampera-e weiter geht, ist sicher eine der interessantesten Fragen.“

 

Bis heute kein Preis für Ampera-e in Deutschland

Fakt ist: Opel will das Fahrzeug unbedingt bringen, Fakt ist aber auch: die Fäden hat General Motors in der Hand, der Einfluss der Noch-Europatochter ist klein. Der Daumen gehoben oder gesenkt wird in Detroit. Wie bei GM üblich,  wurde auch der Chevrolet Bolt/ Ampera-e global entwickelt. Vom ersten Tag sei das europäische Entwicklungszentrum in dem Projekt beteiligt gewesen, der Lead lag „aber ganz klar in den USA“ so ein Opel-Mann, was sich schon darin dokumentiert, dass sowohl Chevrolet Bolt wie sein Europa-Ableger Ampera-e gemeinsam in Orion/Ohio produziert werden.

Die Frage ist nun, ob GM auch nach einem Verkauf an PSA sein auf der Imageseite wichtigstes Modell Opel überlässt. Grundsätzlich wohl eher nicht, zumal der dann neue Opel-Besitzer PSA in China mit GM konkurriert. Im Opel-Lager ist man dennoch zuversichtlich, dass es auch nach einer  Scheidung von GM den Ampera-e geben wird. Schließlich wäre der US-Konzern dann raus aus dem europäischen Markt, was wiederum die Möglichkeit eröffnen würde, das Elektromodell via Lizenz von GM zu beziehen. Bei Opel will man den Ampera-e jedenfalls unbedingt, heißt es in Rüsselsheim.

Ein weiterer möglicher Stolperstein auf dem Weg dahin: bereits seit einigen Wochen kursieren in der E-Autoszene Gerüchte, dass es unwahrscheinlich sei, dass der Ampera-e im laufenden Jahr überhaupt ausgeliefert wird. Hintergrund ist die dünne Produktionsplanung von nur 50.000 Einheiten pro Jahr. Da es in den Staaten Indizien für eine hohe Nachfrage nach dem bislang nur in wenigen US-Bundesstaaten angebotenen Fahrzeug gibt, wäre das Kontnigent für Europa ohnehin so schmal ausgefallen, dass mit langen Wartezeiten zu rechnen ist. Wird jetzt Opel verkauft, dürfte das Interesse bei GM den europäischen Markt mit dem Modell zu versorgen, eher weiter sinken.

Fotoshow: Ampera-e, der Opel-Hoffnungsträger

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