Volkswagen Wolfsburg

Für das Gesamtjahr erwartet Volkswagen einen Umsatzzuwachs von 5 Prozent. Bild: Volkswagen

Volkswagen hat zum Jahresauftakt mit schwächeren Verkäufen und Kosten für Rechtsrisiken in Milliardenhöhe zu kämpfen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern sank im ersten Quartal auf Jahressicht um 0,3 Milliarden Euro auf 3,9 Milliarden Euro, wie der Konzern am Donnerstag in Wolfsburg mitteilte. Die negativen Sondereinflüsse aus Rechtsrisiken von einer Milliarde Euro hätten sich belastend ausgewirkt. Vor Sondereinflüssen legte das operative Ergebnis dagegen um 0,6 Milliarden Euro auf 4,8 Milliarden Euro zu. Finanzvorstand Frank Witter sprach von einem guten Start ins Jahr.

Der Konzern muss sich mit schwachen Automärkten herumschlagen, Milliardeninvestitionen in E-Mobilität und Digitalisierung belasten den Autobauer, dazu kommen drohende Stellenstreichungen und immer wieder «Dieselgate». Schlechtere Geschäfte etwa auf dem wichtigsten Einzelmarkt China sorgten dafür, dass Volkswagen im ersten Quartal rund 2,6 Millionen Fahrzeuge an die Kunden auslieferte - 2,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Zwar bedeuteten die weltweiten Konjunkturrisiken Herausforderungen, erklärte Witter. Aber: «An unseren Zielen für 2019 halten wir trotzdem fest.» Volkswagen erwartet, dass der Umsatz im Gesamtjahr um bis zu 5 Prozent zulegen wird, die operative Umsatzrendite vor Sondereinflüssen - also der Anteil des operativen Gewinns am Umsatz - werde zwischen 6,5 und 7,5 Prozent liegen. Einschließlich der Sondereinflüsse werde die Rendite am unteren Ende dieser Spanne liegen. Der Konzernumsatz stieg insgesamt auch dank der Finanzsparte um 3,1 Prozent auf 60 Milliarden Euro.

Die Kernmarke VW Pkw steigerte ihre Erlöse im ersten Quartal um 7,1 Prozent auf 21,5 Milliarden Euro. Allerdings belasteten negative Sondereinflüsse von 400 Millionen Euro die Marke. Vor Sondereinflüssen verbesserte sich das operative Ergebnis von 879 Millionen Euro auf 921 Millionen Euro.

Die kriselnde Nobeltochter Audi verbuchte ein operatives Ergebnis von 1,1 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum war es mit 1,3 Milliarden Euro noch etwas mehr gewesen. Volkswagen begründete den Rückgang unter anderem mit Modellan- und -ausläufen sowie den Schwierigkeiten mit dem neuen Abgas- und Verbrauchsprüfstandard WLTP. Der Umsatz sank von 15,3 Milliarden Euro auf 13,8 Milliarden Euro - allerdings seien Mehrmarken-Vertriebsgesellschaften aus der Marke Audi herausgelöst worden. Die Sparte der Volkswagen-Finanzdienstleistungen legte operativ im ersten Quartal auf 638 Millionen Euro zu - nach 608 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Im Gesamtjahr geht Volkswagen trotz der schwachen Märkte davon aus, dass die Auslieferungen an die Kunden den Wert des Vorjahres leicht übertreffen werden. 2018 hatte der Konzern mit 10,83 Millionen Fahrzeugen mehr Autos ausgeliefert als jemals zuvor.