Bram Schot, Audi

Stadler in Haft: Abraham Shot soll Audi vorläufig führen. Bild: Audi

Zur Stunde tagt der Aufsichtsrat des Konzerns in Wolfsburg, bei der nun ungeplant die Causa Stadler auf der Tagesordnung stand. Erst vergangene Woche hatte es noch aus den Reihen des Kontrollgremiums geheißen, man stehe hinter Stadler. Das ist nach der heutigen Verhaftung schwierig, dennoch gelte die Unschuldsvermutung, hieß es aus der Volkswagen Kommunikation. Abraham Shot ist als Neuzugang unbelastet von den Geschehnissen des Dieselskandals. Stadler war heute morgen wegen Verdunklungsgefahr verhaftet worden und soll in die Justizvollzugsanstalt Augsburg gebracht worden sein.

Mit Stadler war zum ersten Mal in der Dieselaffäre ein Unternehmenslenker verhaftet worden. Stadler habe noch keine Angaben zur Sache gemacht. Er wolle sich aber äußern, nachdem er mit seinem Verteidiger gesprochen habe, sagte der Staatsanwalt. Der Verteidiger nehme jetzt Akteneinsicht und wolle am Dienstag mit Stadler darüber sprechen, so dass die Vernehmungen frühestens ab Mittwoch beginnen sollten. Wo der Manager einsitzt, sagte der Staatsanwalt nicht.

Gegen Stadler waren in der Vergangenheit schon mehrfach Rücktrittsforderungen laut geworden, auch Namen möglicher Nachfolger waren schon im Gespräch. Mit Schot, der mit vollem Vornamen Abraham heißt, übernimmt in Ingolstadt nun ein Manager mit vergleichsweise wenig Audi-Stallgeruch. Der heute 56-Jährige war 2011 von Daimler in den VW-Konzern gewechselt und dort rund fünf Jahre Vertriebschef bei den VW-Nutzfahrzeugen.