Christian Klingler

Christian Klingler: VW konnte von Januar bis Mai insgesamt 3,37 Millionen Autos ausliefern und damit deutlich besser als der Weltmarkt abschneiden. - Bild: VW

Wie die Wolfsburger am Freitag mitteilten, wurden von Januar bis Mai insgesamt 3,37 Millionen Autos und damit 14,6 Prozent mehr als im Vorjahr ausgeliefert. Erstmals sei in diesem Zeitraum die Drei-Millionen-Grenze überschritten worden.

Vertriebschef Christian Klingler zeigte sich mit dem bisherigen Jahresverlauf sehr zufrieden. “Der Volkswagen-Konzern profitiert mit seiner sehr überzeugenden Modellpalette weiterhin von der guten Nachfrage auf den weltweiten Automobilmärkten”.

Europas größter Autokonzern konnte deutlich besser als der Weltmarkt abschneiden (plus 6,8 Prozent) und schickt sich an, den Konkurrenten Toyota in diesem Jahr zu überholen. Denn hochgerechnet könnte der Konzern damit in diesem Jahr erstmals über acht Millionen Fahrzeuge absetzen. Der japanische Konzern wird seine Pole Position in diesem Jahr wegen der Erdbebenkatastrophe voraussichtlich abgeben müssen. VW würde um einen Platz auf Rang zwei vorrücken.

Rasantes Tempo beim Absatz

Die Wolfsburger legen bei ihren Verkäufen ein enormes Tempo vor. Allein im Mai 2011 verzeichnete Volkswagen bei einem Absatz von 708.900 Fahrzeugen konzernweit ein Plus von 17,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Besonders hoch war das Wachstum in den ersten fünf Monaten in den USA und China mit Wachstumsraten jeweils über 18 Prozent. In Westeuropa legte VW um sechs Prozent zu, in Osteuropa sogar um 30 Prozent.

Am stärksten unter den Pkw-Marken wuchs in den ersten fünf Monaten die tschechische VW-Tochter Skoda, die weltweit 22 Prozent mehr ihrer Fahrzeugen auf die Straßen brachte. Die Kernmarke VW des Wolfsburger Konzerns verkaufte erstmals mehr als zwei Millionen Fahrzeuge, ein Anstieg um zwölf Prozent.

Die Konzerntochter Audi lieferte 18 Prozent mehr aus als vor Jahresfrist. Lediglich bei der spanischen Tochter Seat waren die Zuwächse vergleichsweise mager – plus 3,3 Prozent. Von den Stadtlieferwagen und Transportern der VW-Nutzfahrzeugsparte wurde dagegen fast ein Drittel mehr verkauft als vor einem Jahr.

Sonderschichten im dritten Quartal

Um der wachsenden Nachfrage zu begegnen, plant VW in seinem Stammwerk Wolfsburg auch im dritten Quartal zusätzliche Schichten. Das sagte Betriebsratschef Bernd Osterloh in der “Braunschweiger Zeitung”. Auch in den Werksferien im Sommer wird in Wolfsburg weiter gearbeitet. Osterloh forderte zugleich Investitionen in den Karosseriebau bei der Golf-Fertigung in Wolfsburg, um flexibler reagieren zu können.

General Motors wird Marktführer blieben

An der Spitze der Topkonzerne wird sich Prognosen zufolge General Motors setzen. Der wieder erstarkte Opel-Mutterkonzern profitiert von der boomenden Nachfrage in den USA und seiner starken Stellung in China. Analysten rechnen damit, dass der US-Autobauer weltweit neun Millionen Fahrzeuge verkaufen wird.

Allerdings wird Volkswagen den Amerikanern das Leben richtig schwer machen. Denn in diesem Jahr will das DAX-Unternehmen nochmals um mehr als 5 Prozent zulegen und damit dem Ziel, Toyota bis 2018 an der Weltspitze zu überholen, ein Stück näher kommen. An den Japanern wird Deutschlands Branchenprimus wohl schon in diesem Jahr vorbeiziehen, an GM womöglich bis 2014.

dpa-AFX/Dow Jones Newswires/Guido Kruschke