VW Jetta USA

Im Mai entfielen mehr als die Hälfte der Verkäufe in den USA auf den Jetta. - Bild: VW

Eine anhaltend hohe Arbeitslosigkeit und gestiegene Spritpreise haben viele Amerikaner im Mai vor dem Neuwagenkauf zurückschrecken lassen. Marktforscher rechnen branchenweit mit weniger Verkäufen als im Vorjahresmonat. Nicht so beim Wolfsburger Automobilbauer.

Im Mai entfielen mehr als die Hälfte der Verkäufe auf den Jetta, dessen Absatz um 57 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zulegte. Dank seines Kampfpreises von knapp 16.500 Dollar plus Steuern (11.400 Euro) lief das Modell weiter blendend.

Seit Jahresbeginn hat der Wolfsburger Autobauer, der jüngst ein eigenes Werk in den USA eröffnete, rund 125.700 Wagen abgesetzt, knapp ein Fünftel mehr als im Vorjahreszeitraum. Mit dem neuen Werk und dem dort eigens für den US-Markt gefertigten Passat sollen die Verkäufe weiter steigen. Bis 2018 will VW 800.000 Fahrzeuge in den USA absetzen, im vergangenen Jahr waren es 257.000 Stück.

“Für uns war es der beste Monat seit mehr als sieben Jahren”, sagte VW-Landeschef Jonathan Browning am Mittwoch. Die Zahl der abgesetzten Autos stieg um 28 Prozent auf 30.100 Stück. Mehr als die Hälfte der Wagen waren Jetta. Das Coupé Passat CC und der kleine Geländewagen Tiguan fanden so viele Fans wie noch nie. “Der gute Lauf wird anhalten”, führte Browning aus. “Ich sehe unseren Marktanteil wachsen.”

Die Hoffnungen von VW ruhen vor allem auf dem neuen US-Passat und dem Beetle, die beide im Herbst auf den nordamerikanischen Markt kommen. Den Beetle fertigt VW in Mexiko, für den Passat hat der Konzern eigens eine Fabrik in Tennessee gebaut. Die große Limousine soll mit einem Grundpreis von unter 20 000 Dollar vor allem Toyota die Kunden abjagen. Der VW-Konzern will bis 2018 zum Weltmarktführer aufsteigen.

Noch ist VW ein kleines Licht am wichtigen US-Automarkt, der von den drei großen heimischen Autobauern General Motors, Ford und Chrysler sowie von den japanischen und südkoreanischen Herstellern beherrscht wird. Die neuen Modelle sollen das Blatt jedoch wenden. Auch die VW-Premiumtochter Audi legt seit Monaten kräftig zu.

dpa/Guido Kruschke