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Der Volkswagen Konzern ist der weltweite Spitzenreiter bei Investitionen von Privatunternehmen in Forschung und Entwicklung. Dies ergab die jährliche Studie der EU-Kommission. - Bild: VW

Mit Investitionen von 9,5 Milliarden Euro im Jahr 2012 setzte sich Europas größter Autobauer an die Spitze des EU-Forschungsanzeigers, den die EU-Kommission jedes Jahr veröffentlicht. Insgesamt hätten die Unternehmen mit Sitz in der EU ihre FuE-Ausgaben um 6,3 Prozent im Vergleich zu 2011 erhöht, geringfügig stärker als der globale Durchschnitt. Doch hinter den US-amerikanischen Unternehmen, die ihre Ausgaben um 8,2 Prozent anhoben, blieben sie weiterhin zurück, monierte die Kommission.

Die Forschungskommissarin Maire Geoghegan-Quinn bezeichnete die Entwicklung als “besorgniserregend”. “Die EU hinkt bei den Unternehmensinvestitionen in FuE ihren wichtigsten Wettbewerbern nach wie vor hinterher”, so die Kommissarin. Zwar könnten die führenden EU-Unternehmen in wichtigen Industriezweigen wie der Autobranche gute Ergebnisse vorweisen. Doch in Hochtechnologiebereichen wie der Biotechnologie oder Software seien die EU-Unternehmen weiterhin zu schwach.

EU hinkt bei Unternehmensinvestitionen in FuE ihren wichtigsten Wettbewerbern hinterher

Im Durchschnitt erhöhten alle in dem FuE-Anzeiger erfassten Unternehmen ihre Ausgaben um 6,2 Prozent, und das obwohl sich das Nettoumsatzwachstum 2012 im Vergleich zum Vorjahr auf 4,2 Prozent von 9,9 Prozent abschwächte und die Betriebsergebnisse um 10,1 Prozent einbrachen, wie die Kommission weiter mitteilte.

Den zweiten Platz in der Rangliste erreichte 2012 das südkoreanische Unternehmen Samsung mit Ausgaben von 8,3 Milliarden Euro, gefolgt von den US-amerikanischen Unternehmen Microsoft und Intel. Als weitere deutsche Unternehmen finden sich Daimler auf Platz elf in der Liste, Robert Bosch auf Platz 14 und Siemens auf Platz 17. Die gestiegenen FuE-Investitionen deutscher Unternehmen vor allem aus der Automobilbranche sind laut EU-Kommission auch weitestgehend für die Steigerungen in der EU verantwortlich.

Die Kommission untersuchte für den diesjährigen FuE-Anzeiger weltweit die 2.000 Unternehmen mit den höchsten Investitionen in Forschung und Entwicklung, die zusammen mehr als 90 Prozent der von Unternehmen weltweit getätigten FuE-Gesamtausgaben tätigen. Die Unternehmen haben 2012 jeweils über 22,6 Millionen Euro investiert. Die meisten Unternehmen haben laut Kommission ihren Sitz in den USA (658), gefolgt von der EU (527) und Japan (353). Die anderen Unternehmen stammen aus China, Südkorea, der Schweiz, Indien, Kanada, Australien, Israel, Norwegen und Brasilien.

Eine weitere Umfrage unter den 172 überwiegend großen Unternehmen der EU, die im FuE-Anzeiger erfasst sind, ergab zudem, dass die Investitionen zwischen 2013 und 2015 um durchschnittlich 2,6 Prozent pro Jahr erhöht werden sollen. Dies sei im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang, teilte die Kommission weiter mit.

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Dow Jones Newswires/Guido Kruschke