Golf 7 breit

Ein Gesamtabsatz von 9,07 Millionen Fahrzeugen bringt VW den dritten Platz in der Weltliga. - Bild: VW

Im vergangenen Jahr entschieden sich weltweit insgesamt 9,07 Millionen Kunden für ein Auto des Wolfsburger Konzerns – ein Plus von gut elf Prozent. “Der Volkswagen Konzern hat sich unter den schwierigen Bedingungen hervorragend entwickelt”, sagte Winterkorn. “2012 war das beste Verkaufsjahr aller Zeiten”.

Audi bleibt erfolgreichste Konzerntochter

Sämtliche Marken hätten zum Erfolg beigetragen, erklärte Vertriebschef Christian Klingler. Die Kernmarke VW und die Premiumtochter Audi legten 2012 prozentual zweistellig zu, auch Skoda wuchs deutlich. Lediglich die spanische Tochter Seat musste dem schwierigen Umfeld in Europa Tribut zollen und erneut einen Rückgang bei den Verkaufszahlen hinnehmen.

Auch VWs jüngste Tochter, die Sportwagenschmiede Porsche, trug mit einem neuen Rekordabsatz von weltweit gut 141.000 Autos – fast ein Fünftel mehr als im Vorjahr – einen wichtigen Teil zur Bestmarke der Wolfsburger bei.

China als wichtigster Markt für Volkswagen

Den bisherigen Absatzrekord aus dem Jahr 2011 von gut 8,16 Millionen verkauften Pkw hatte Volkswagen bereits per Ende November geknackt. Wachstumstreiber waren 2012 vor allem starke Zuwächse in China, wo die Verkäufe um etwa ein Viertel auf 2,81 Millionen zulegten. Das Reich der Mitte ist damit der mit Abstand wichtigste Markt für die Niedersachsen.

Einer der größten Erfolgsgaranten war außerdem der US-Markt, wo die konzernweiten Pkw-Verkäufe um gut ein Drittel auf mehr als 596.000 kletterten. Erstmals seit 1973 knackten die Niedersachsen damit die Marke von einer halben Million US-Verkäufen. Ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg dorthin war die Eröffnung einer eigenen Produktion in Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee Mitte 2011, in die VW mittlerweile deutlich mehr als 1 Milliarde US-Dollar steckte.

Im vergangenen Jahr wurden dank der starken Nachfrage mehrfach die Kapazitäten erhöht und neue Mitarbeiter eingestellt. In Chattanooga läuft die US-Version des Passat vom Band. Dank der eigenen Produktion werden die Wolfsburger in Amerika, wo sie der Konkurrenz mit einem Marktanteil von unter drei Prozent seit Langem weit hinterherhinken, immer mehr als heimisches Unternehmen wahrgenommen. Das hilft den Verkäufen. Außerdem wurde das Händlernetz in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut und soll es auch in Zukunft werden.

1988 hatte sich VW mangels Auslastung von der damals letzten Vor-Ort-Produktion in Westmoreland in Pennsylvania verabschiedet. Seither schlugen Wechselkursschwankungen auf das Ergebnis durch und zusätzlich hohe Transportkosten machten das US-Geschäft unprofitabel. Das soll sich allerdings in diesem Jahr ändern.

USA als Kernmarkt für die Strategie 2018

Der VW-Konzern hat in den USA das ambitionierte Ziel, bis 2018 mehr als 1 Million Autos abzusetzen. Die Vereinigten Staaten sind damit einer der wichtigsten Eckpfeiler beim ehrgeizigen Vorhaben, bis dahin mit mehr als 10 Millionen weltweiten Verkäufen an die automobile Weltspitze vorzustoßen.

“Für den Volkswagen Konzern sind die USA einer der Kernmärkte zur Erreichung unserer Strategie 2018″, sagte Winterkorn. Ziel sei es, in diesem Jahr deutlich mehr als 600.000 Autos auszuliefern. Momentan liefern sich die Wolfsburger ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Toyota und General Motors um die weltweite Pole-Position in der Automobilindustrie. “Mit unserer Strategie 2018 sind wir erneut einen deutlichen Schritt vorangekommen”, resümierte Winterkorn.

Mit Blick auf das neue Jahr gab er sich kurz vor Beginn des ersten wichtigen Branchentreffens des Jahres zurückhaltend. “Vor uns liegen große Herausforderungen”. VW erfülle allerdings alle Voraussetzungen, diesen zu begegnen. “Unser Blick bleibt weiterhin aufmerksam nach vorne gerichtet, denn die bestehenden Unsicherheiten vor allem in Westeuropa werden uns auch in diesem Jahr verstärkt begleiten”, ergänzte Vertriebschef Christian Klingler.

Europa bleibt weiter auf Schrumpfkurs

“Die Märkte sind herausfordernd und auch der Wettbewerb wird härter werden.” Europas Branchenprimus hatte bereits in den vergangenen Monaten mehrfach deutlich gemacht, dass 2013 kein einfaches Jahr für die Autoindustrie wird und die Mitarbeiter auf schwierigere Zeiten eingeschworen.

In Europa wird der Automobilmarkt wegen der Schuldenkrise auch in diesem Jahr auf Schrumpfkurs gesehen, er könnte auf das niedrigste Niveau seit Anfang der 1990er Jahre zurückfallen.

In den USA, wo sich der Markt nach und nach von den Nachwehen der Finanzkrise erholt und seit drei Jahren prozentual zweistellig wächst, und in China erwarten Experten dagegen weiteres Wachstum. Dieses wird allerdings wohl schwächer ausfallen als zuletzt. Unter dem Strich dürfte die weltweite Autonachfrage 2013 nach Expertenschätzungen wohl um rund drei Prozent zulegen.

Die schwierige Lage in Europa macht einigen Herstellern mehr, anderen weniger zu schaffen. Zu letzterer Kategorie gehört Volkswagen aufgrund der globalen Aufstellung und des breiten Produktportfolios des riesigen Zwölf-Marken-Konzerns mit rund 550.000 Mitarbeitern. Nach bisherigen Angaben will Europas Nummer eins die weltweiten Verkäufe deshalb auch in diesem Jahr steigern.

Wolfsburger bleiben auf Rang drei

Doch die Weltkonkurrenz bleibt weiter vor den Wolfsburgern. GM dürfte nach Schätzungen auf bis zu 9,2 Millionen Autos kommen. Das Rennen um die Spitze der größten Hersteller ging an Toyota: Nachdem die Erdbeben-Katastrophe von Fukushima den Konzern 2011 schwer getroffen hatte, meldeten sich die Japaner mit 9,7 Millionen verkauften Wagen eindrucksvoll zurück.

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Dow Jones Newswires/Guido Kruschke