VW hat im nächsten Jahr einiges vor. Vor allem die Porsche-Eingliederung könnte zum Problem

VW hat im nächsten Jahr einiges vor. Vor allem die Porsche-Eingliederung könnte zum Problem werden. (BIld: VW)

VW will 2018 der größte Auto-Hersteller der Welt sein. Doch zunächst müssen 2011 einige Hürden überwunden werden: Die beiden höchsten sind die Integration von Porsche und die Fusion von Scania und MAN. Immerhin gibt es auf rechtlicher Front Entwarnung.

Auf dem Weg, bis zum Jahr 2018 der größten Autohersteller der Welt zu werden, hat Volkswagen im kommenden Jahr gleich mehrere Baustellen zu bewältigen. Die beiden größten sind die Fusion mit Porsche und die Zusammenführung der beiden Lkw-Hersteller MAN und Scania.

Der Stuttgarter Sportwagenbauer soll 2011 zehnte Marke unter dem Dach der Wolfsburger werden. Damit das möglich ist, muss Porsche zunächst aber jene Milliardenschulden abbauen, die im Zuge der letztlich gescheiterten Übernahme von VW angehäuft worden sind. Dazu will Porsche bis Ende Mai neue Aktien im Wert von fünf Milliarden Euro ausgeben. Die Klagen von Hedgefonds in den USA und die ungeklärte Frage der steuerlichen Folgen eines Zusammenschlusses könnten die Kapitalerhöhung jedoch verzögern.

Auch auf dem Weg zur Lkw-Allianz von MAN und Scania unter Regie des Volkswagen-Konzerns lauern noch einige Schlaglöcher. Noch immer gestaltet sich die Zusammenarbeit der beiden Nutzfahrzeughersteller mehr als schwierig. Die stolzen Schweden haben den unfreundlichen Übernahmeversuch der Münchener vor vier Jahren nicht vergessen. Und dass Scania in dem gemeinsamen Konzern offenbar die Führung übernehmen soll, stößt bei MAN auf wenig Gegenliebe.

Entwarnung gibt es immerhin auf rechtlicher Front: Nach monatelangen Rechtsstreitigkeiten ist die neue Satzung der Volkswagen AG in Kraft getreten, die dem Land Niedersachsen zwei Sitze im Aufsichtsrat des Autokonzerns sichert. Die vor einem Jahr von einer außerordentlichen VW-Hauptversammlung beschlossene Satzung sei in das Handelsregister eingetragen worden, teilte das Amtsgericht in Braunschweig  am Dienstag auf Anfrage von dapd mit. Volkswagen hatte in der vergangenen Woche zwei Vergleiche mit Aktionären geschlossen, die gegen die Beschlüsse zur Satzungsänderung geklagt hatten.

Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) begrüßte das Ende der Streitigkeiten um die VW-Satzung. «Wir haben endlich Rechtssicherheit», erklärte er. Weder das Recht des Landes, zwei Vertreter in den VW-Aufsichtsrat zu entsenden, noch das in der Satzung festgeschriebene 80-Prozent-Erfordernis für grundlegende Hauptversammlungsbeschlüsse seien staatliche Sonderrechte. «Beide Regelungen stehen in vollem Einklang mit dem deutschen Aktienrecht und dem europäischen Aktienrecht», betonte der CDU-Politiker.

Der VW-Betriebsrat bezeichnete die Wiedereinführung des Entsenderechts des Landes als «ein besonderes Anliegen der Arbeitnehmer». Niedersachsen habe sich über viele Jahrzehnte hin als verantwortungsvoller VW-Aktionär erwiesen. «Volkswagen ist nicht nur wegen seiner hervorragenden Produkte erfolgreich, sondern auch wegen der Landesbeteiligung und wegen des VW-Gesetzes», sagte Betriebsratschef Bernd Osterloh.

Der Europäische Gerichtshof hatte das VW-Gesetz im Jahr 2007 zu Teilen für rechtswidrig erklärt. Der Bundestag strich daraufhin das nun in die Satzung aufgenommene Entsenderecht des Landes aus dem VW-Gesetz.

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