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Volkswagen macht die anhaltende Absatzkrise in Westeuropa und die damit verbundene Rabattschlacht weiter zu schaffen. - Bild: VW

Unter dem Strich schrumpfte er um fast 46 Prozent auf rund 4,8 Milliarden Euro, wie die Volkswagen AG am Dienstagabend in Wolfsburg mitteilte. VW sprach von einem “schwierigen Marktumfeld”. Allerdings hatten im Vorjahr kräftige Bewertungsgewinne aus der Übernahme des Stuttgarter Sportwagenherstellers Porsche den Gewinn in die Höhe getrieben.

Auch ohne diesen Effekt schrumpfte der Ertrag indes deutlich: VW beziffert das operative Ergebnis für den Zeitraum Januar bis Juni mit 5,8 Milliarden Euro, gegenüber dem Vorjahr immerhin noch ein Rückgang um fast zwölf Prozent. Der Umsatz kletterte derweil um 3,5 Prozent auf 98,7 Milliarden Euro.

VW wollte die Zahlen ursprünglich am Mittwoch vorlegen, zog die Bekanntgabe der wichtigsten Eckpunkte aber vor. Offen blieb vorerst noch, wie die einzelnen Marken abgeschnitten haben.

Absatzkrise und Rabattschlacht macht VW zu schaffen

Insgesamt macht VW wie anderen Autobauern auch die anhaltende Absatzkrise in Westeuropa und die damit verbundene Rabattschlacht weiter zu schaffen. Volkswagen könne sich dem “intensiven Wettbewerb und den daraus resultierenden Belastungen” nicht vollständig entziehen, hieß es. VW sprach zudem von einer “Beeinträchtigung durch Vorsorgen in den Bereichen Pkw und Power Engineering”. Einzelheiten dazu nannte der Konzern nicht.

Zunehmend positive Effekte auf die Kostenstruktur des Konzerns verspricht sich die VW-Konzernspitze aus dem “Modularen Baukastensystem”, das über die einzelnen Marken hinweg als einheitliche Plattform für etliche Modelle dienen soll. Damit können Autos letztlich günstiger und schneller entwickelt werden.

VW bestätigte aber seine Ziele für das Gesamtjahr. Beim Umsatz soll der Vorjahreswert übertroffen werden, beim operativen Ergebnis will der Konzerns das Niveau des Vorjahres wieder erreichen.

China legt weiter starkes Wachstum hin

Vor allem aufgrund eines starken Wachstums in China stieg die Zahl der weltweiten Auslieferungen im Vergleich zum Vorjahr um 5,4 Prozent auf 4,8 Millionen Fahrzeuge. Der Pkw-Marktanteil kletterte auf 12,7 (12,4) Prozent. In Europa dagegen lag Volkswagen in den ersten sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit knapp 1,9 Millionen Auslieferungen fast 4 Prozent im Minus.

Bereits im ersten Quartal 2013 hatte der teure Kampf um Kunden im krisengeschüttelten Europa Volkswagen erheblich unter Kostendruck gesetzt. Das Konzernergebnis war in den ersten drei Monaten um ein Viertel geschrumpft. Dabei verbuchte die zentrale Pkw-Kernmarke des Konzerns im Startquartal fast eine Halbierung des operativen Ergebnisses .

Volkswagen ist Deutschlands größter Industriekonzern, er beschäftigt allein hierzulande 250.000 Menschen, weltweit sind es 550.000. Mehr Autos verkaufen nur noch Toyota aus Japan und General Motors aus den USA. VW will das Duo spätestens 2018 überholt haben.

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dpa/Guido Kruschke