MAN VW Übernahme

MAN nun mit an Bord: Das Volkswagen-Reich des Ferdinand Piech auf dem Weg zur Nummer 1 in der Automobilwelt. - Bild: MAN

Auch im zweiten Quartal hat Europas größter Autobauer weltweit Marktanteile gewonnen. Zudem sind die Wolfsburger sowohl regional als auch bei den Modellen überragend breit aufgestellt, loben die Analysten. Der Konzern, der zur Zeit noch neun, zusammen mit Porsche dann zehn und MAN eingerechnet elf, Marken unter seinem Dach vereint, will am 28. Juli seine Halbjahresbilanz vorlegen.

Die elf von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragten Analysten rechnen von April bis Juni angesichts der weltweit gestiegenen Verkäufe mit einem kräftigen Umsatzplus von einem Fünftel im Vergleich zum Vorjahr auf 39,7 Milliarden Euro. Überproportional dürfte der Gewinn zugelegt haben. Das operative Ergebnis wird bei 3,2 Milliarden Euro gesehen, nach knapp 2 Milliarden Euro in der Vorjahresperiode. Beim Nachsteuerergebnis kommen laut Konsensschätzung 2,45 Milliarden Euro heraus, 81 Prozent mehr als im Vorjahr.

Der Ergebniszuwachs beruht vor allem auf der guten Entwicklung bei den Personenwagen der VW-Kernmarke sowie der Ingolstädter Tochter Audi . Audi wird nach Einschätzung der Analysten mit einer klar zweistelligen Marge glänzen und sich damit vor Daimler und hinter BMW in die Riege der Hersteller von Fahrzeugen für gehobene Ansprüche einreihen. VW Pkw dürfte das operative Ergebnis auf 1,2 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt haben. Als stabilen Gewinnbringer sehen die Experten zudem die tschechische Tochter Skoda. Bei Seat dürfte dagegen weiterhin ein Verlust anfallen.

Für das Gesamtjahr hat der Konzern wie üblich bislang nur vage Verbesserungen bei Absatz, Umsatz und Ergebnis in Aussicht gestellt. Dabei dürfte es nach Einschätzung der Analysten auch bleiben. Allenfalls ein “deutlich” dürfte vor die bekannten Ziele rücken, meint Analyst Christian Breitsprecher von Macquarie. Angesichts der mehr als vier Millionen Pkw-Verkäufe im ersten Halbjahr rechnet NordLB-Analyst Frank Schwope damit, dass VW in diesem Jahr erstmals die Acht-Millionen-Marke knackt. Im Vorjahr wurden 7,3 Millionen Wagen ausgeliefert.

Nach dem gerade abgeschlossenen Übernahmeangebot für MAN erwartet Michael Tyndall von Barclays Capital keine neue Aussagen des VW-Managements zu den weiteren Plänen mit dem Münchener Nutzfahrzeug- und Motorenhersteller. Seiner Meinung nach wird VW erst die kartellrechtliche Genehmigung abwarten und sich dann zu weiteren Schritten äußern. Dagegen hofft der Analyst auf eine aktuelle Einschätzung zur Wahrscheinlichkeit der Porsche-Integration noch in diesem Jahr.

Der ursprüngliche Zeitplan sieht vor, dass die Fusion der beiden Unternehmen vor Jahresende erfolgt. Die Vorbereitungen für die dazu notwendigen Aktionärstreffen im Dezember laufen. Nach Einschätzung von Morgan-Stanley-Analyst Stuart Pearson könnten die entscheidenden steuerlichen und juristischen Hürden möglicherweise im vierten Quartal aus dem Weg geräumt werden.

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dpa-AFX/Guido Kruschke