Martin Winterkorn

Martin Winterkorn: 2010 war das erfolgreichste Jahr der Unternehmensgeschichte. - Bild: Volkswagen

„Mit neuen Modellen, umweltfreundlichen Technologien und unseren modularen Baukästen schaffen wir jetzt die besten Voraussetzungen für profitables Wachstum“, sagte Prof. Dr. Martin Winterkorn, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen Aktiengesellschaft, am Donnerstag bei der Vorlage der Bilanz für das Geschäftsjahr 2010 in Wolfsburg.

„Unser Mehrmarkenkonzern hat die technologische Kompetenz, die nötige Finanzkraft und die richtige Mannschaft. Damit sind wir 2010 auf die Überholspur gegangen und da wollen wir auch im laufenden Jahr bleiben“, so Winterkorn weiter.

Das abgelaufene Geschäftsjahr hat den Volkswagen Konzern bei der Umsetzung seiner „Strategie 2018″ ein großes Stück vorangebracht, es war zugleich das erfolgreichste Jahr der Firmengeschichte. Absatz, Marktanteile, Imagewerte, Ergebnis und Finanzkraft konnten gleichermaßen verbessert werden. „Wir haben damit einmal mehr die Robustheit und Wettbewerbsfähigkeit unseres Konzerns eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Es ist uns gelungen, die Ertragskraft signifikant zu steigern. Das zeigt, dass wir mit der Fortführung unserer konsequenten Kosten- und Investitionsdisziplin auf dem richtigen Weg sind”, erklärte Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch.

Der Umsatz des Volkswagen Konzerns stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr um 20,6 Prozent auf 126,9 (Vorjahr: 105,2) Milliarden Euro. Vom Umsatzwachstum in Höhe von 21,7 Milliarden Euro entfielen rund 19,8 Milliarden Euro auf den Automobilbereich. Das Operative Ergebnis stieg auf den Rekordwert von 7,1 Milliarden Euro, eine Verbesserung um 5,3 Milliarden Euro gegenüber 2009.

Hans Dieter Pötsch

Hans Dieter Pötsch: Wir konnten unsere Ertragskraft signifikant steigern. - Bild_ Volkswagen

Aus dem Jahresüberschuss der Volkswagen AG in Höhe von 1,5 (1,1) Milliarden Euro schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 3. Mai in Hamburg eine Erhöhung der Dividende je Stammaktie auf 2,20 (1,60) Euro und je Vorzugsaktie auf
2,26 (1,66) Euro vor.

Das kräftig gestiegene Konzernergebnis ging mit einer weiteren deutlichen Verbesserung der Finanzkraft des Konzerns einher. Die Netto-Liquidität des Automobilbereichs legte im Jahresvergleich nochmals deutlich um 8 Milliarden Euro auf 18,6 Milliarden Euro zu. „Unsere starke Liquiditätsposition ist ein Beleg für die finanzielle Solidität und Stabilität unseres Unternehmens. Zugleich verschafft sie uns weiterhin die notwendige finanzielle Flexibilität für unsere Investitionen und die Umsetzung unserer Strategie 2018″, so Pötsch.

Volkswagen investierte 2010 im Konzernbereich Automobile rund 5,7 Milliarden Euro, der Wert lag damit auf Vorjahresniveau. Die Investitionsquote fiel aufgrund des stark gestiegenen Umsatzes um 1,2 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent. Insgesamt plant Volkswagen im Konzernbereich Automobile bis 2015 Investitionen in Höhe von 53,5 Milliarden Euro, hinzu kommen noch 10,6 Milliarden in China.

Wachstumsmotor war unverändert die Region Asien-Pazifik, und dort speziell der chinesische Markt. Mit fast 2 Millionen Fahrzeugen und einem Zuwachs um 37,4 Prozent konnte Volkswagen seine führende Position in China erneut ausbauen. Aber auch in zahlreichen anderen Märkten konnte der Konzern deutlich zulegen. Sehr erfreuliche Zuwächse bei den Auslieferungszahlen gab es in Südamerika (plus 9,9 Prozent auf 908.000) und in den USA (plus 20,9 Prozent auf 360.000).

Im europäischen Geschäft stand in einem schwierigen Marktumfeld insgesamt ein leichtes Plus von 3,1 Prozent auf 3,6 Millionen Fahrzeuge zu Buche. In Deutschland hat der Volkswagen Konzern im vergangenen Jahr mit 1,0 Millionen Fahrzeugen 16,7 Prozent weniger ausgeliefert als 2009. Damit lag das Unternehmen aber noch besser als der Gesamtmarkt, der wegen des Wegfalls der staatlichen Umweltprämie um 23,4 Prozent nachgab.

Der weltweite Marktanteil des Volkswagen Konzerns im Pkw-Geschäft stieg angesichts der erfreulichen Verkaufszahlen von 11,2 Prozent auf 11,4 Prozent.

Audi A 6

Wachstumsmotor Audi war 2010 sehr erfolgreich. - Bild: Audi

Die Marke Volkswagen Pkw entwickelte sich sehr dynamisch, besonders in Russland, China und den USA. Die Zahl der Auslieferungen stieg um fast 14 Prozent und übertraf damit erstmals die Marke von 4,5 Millionen Fahrzeugen. Gleiches gilt auch für die Premium-Marke Audi. Mit rund 1,1 Millionen Auslieferungen (plus 15 Prozent) war 2010 das verkaufsstärkste und auch das profitabelste Jahr in der Audi-Geschichte. In den Werten der Marke Audi sind die Kennzahlen für Lamborghini enthalten. Bentley konnte seine Auslieferungen um rund 11 Prozent auf 5.117 Fahrzeuge steigern.

Auch für Škoda verlief das Geschäftsjahr 2010 sehr positiv. Vor allem auf den neuen Wachstumsmärkten China, Russland und Indien waren die tschechischen Modelle gefragt. Die Auslieferungen erreichten 763.000 Fahrzeuge (plus 11,5 Prozent), der achte Rekordwert in Folge. Für die Marke SEAT ging es im vergangenen Jahr wieder leicht aufwärts. Die Auslieferungen zogen auf 340.000 Fahrzeuge an (plus 0,8 Prozent). Nach wie vor leidet SEAT unter dem Nachfragerückgang auf dem spanischen Pkw-Markt, auf dem das Unternehmen jedoch im vergangenen Jahr nach 31 Jahren die Marktführerschaft zurückerobern konnte.

Volkswagen Nutzfahrzeuge war im vergangenen Jahr wieder auf klarem Expansionskurs. Die Auslieferungen stiegen um über 20 Prozent auf 436.000 Fahrzeuge. Wachstumsmotor war vor allem Südamerika. Scania konnte nach dem krisenbedingt sehr schwierigen Lkw-Jahr 2009 im Zuge der kräftigen Markterholung wieder deutlich zulegen. Die Auslieferungen erreichten 63.700 Fahrzeuge, ein Plus von 46,7 Prozent.

VW e-motion

Große Ziele: Volkswagen wird 2011 sein Engagement auch im Bereich Elektromobilität weiter ausbauen. - Bild: Volkswagen

Im Geschäftsjahr 2010 hat der Volkswagen Konzern die Umsetzung seiner „Strategie 2018″ weiter konsequent vorangetrieben, die auf eine Steigerung des Absatzes bis zum Jahr 2018 auf mehr als 10 Millionen Fahrzeuge jährlich und der Umsatzrendite des Konzerns vor Steuern auf mehr als 8 Prozent zielt. Dabei wird der Konzern bis 2018 weltweit auch mehr als 50.000 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen.

Weitere Meilensteine auf dem Weg zur Schaffung des integrierten Automobilkonzerns mit Porsche wurden 2010 planmäßig erreicht, etwa mit der erfolgreichen Kapitalerhöhung von Volkswagen. Zudem wurde die operative Zusammenarbeit mit Porsche im vergangenen Jahr deutlich intensiviert. Im laufenden Jahr stehen weitere wichtige Schritte bevor.

Des Weiteren wird Volkswagen auch 2011 sein Engagement im Bereich Elektromobilität weiter ausbauen. Unter anderem ist die Einrichtung eines Elektromobilitäts-Campus in Wolfsburg geplant.

Auf mittlere und lange Sicht erwartet der Vorstand, dass der Volkswagen Konzern seine Wettbewerbsvorteile immer stärker ausspielen kann. „Unsere Marken bieten heute schon Mobilität für alle Bedürfnisse, in jeder Größenklasse, rund um den Globus. Diese Vielfalt ist unsere Stärke. Unsere Technologieführerschaft werden wir zudem konsequent weiter ausbauen”, betonte Winterkorn. „Der Volkswagen Konzern wird auch in den kommenden Jahren qualitativ wachsen.