Dr. Winterkorn

Dr. Martin Winterkorn: Volkswagen ist auf einem guten Kurs, die Ziele der Strategie 2018 zu erreichen. - Bild: VW

“Wir gehen davon aus, dass unser Konzern noch mehr Fahrzeuge verkaufen wird, noch mehr Umsatz erzielen wird und ein noch höheres operatives Ergebnis einfahren wird als im Rekordjahr 2010″, sagte VW-Chef Martin Winterkorn laut Redetext am Dienstag bei der Hauptversammlung in Hamburg.

Damit sieht Winterkorn das Unternehmen auch gut auf Kurs, die Ziele der Strategie 2018 zu erreichen. Er betonte, es ginge dabei nicht allein um die Weltmarktführerschaft beim Fahrzeugabsatz. Vielmehr solle der Konzern auch bei der Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit sowie alternativen Antrieben eine Vorreiterrolle übernehmen und die Rendite verbessern.

Im Rückblick auf das vergangene Jahr zeigte sich Winterkorn hochzufrieden: “2010 war das erfolgreichste Jahr in der Volkswagen-Geschichte.” 2010 hatte der Konzern einen Umsatz von knapp 127 Milliarden Euro sowie ein operatives Ergebnis von 7,1 Milliarden Euro erzielt. Die Auslieferungen der Konzernmarken kletterten auf 7,2 Millionen Wagen. Für das vergangene Jahr sollen die Aktionäre mit 2,20 Euro je Stammaktie und 2,26 Euro je Vorzugsaktie belohnt werden.

Integrierter Konzern wird kommen

In Bezug auf die Beteiligungen des VW-Konzerns bekräftigte Winterkorn: “Der integrierte Konzern von Volkswagen und Porsche wird auf jeden Fall kommen.” Er verwies jedoch erneut auf die weiter bestehenden ungeklärten steuerlichen und juristischen Fragen. Bei der Vorlage der Quartalsbilanz in der vergangenen Woche hatte VW-Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch gesagt, die Wahrscheinlichkeit, dass es noch in diesem Jahr zu einer Verschmelzung komme, liege weiterhin bei 50 Prozent.

Der VW-Chef bestätigte, dass die beiden Lastwagenhersteller Scania und MAN enger zusammenarbeiten sollen. “Wir sehen in einer Partnerschaft auf Augenhöhe große Chancen”, sagte Winterkorn. Dabei sollten die Marken jedoch ihre Eigenständigkeit behalten. Scania wird als VW-Tochter geführt, am Münchner Dax-Konzern MAN hält Volkswagen knapp 30 Prozent. Winterkorn räumte ein, die Zusammenarbeit mit Suzuki entwickele sich langsamer als ursprünglich erwartet. Schon allein aufgrund des finanziellen Beitrags des knapp 20 prozentigen Anteils an Suzuki zahle sich die Beteiligung aber aus.

Wolfsburger sind mit Rückenwind ins neue Jahr gestartet

Der VW-Konzern ist dank der weltweit starken Autonachfrage mit Rückenwind ins neue Jahr gestartet. Im ersten Quartal 2011 stiegen die Erlöse im Vergleich zum Vorjahr um 30,8 Prozent auf 37,5 Milliarden Euro. Der Überschuss wurde auf 1,7 Milliarden Euro mehr als verdreifacht. Operativ verdiente der Konzern 2,9 Milliarden Euro, nach 848 Millionen Euro im Vorjahr. Der Konzern lieferte in den ersten drei Monaten des Jahres mit fast zwei Millionen Wagen weltweit 14 Prozent mehr Autos aus als ein Jahr zuvor.

Obgleich sich Volkswagen auf dem Wachstumspfad befindet, gibt es nach Angaben von Winterkorn auch Gegenwind beim Erreichen der gesteckten Ziele. Der VW-Chef nannte als Risiken steigende Rohstoffpreise und den zunehmenden Wettbewerbsdruck durch neue Player am Markt sowie weltweite politische Unsicherheiten. Als künftige Herausforderungen bezeichnete Winterkorn die Entwicklung alternativer Antriebe und Mobilitätsangebote in den weltweit wachsenden Ballungszentren. “In Summe kann man sagen: Die Automobilindustrie ist gefordert wie noch nie in den vergangenen 125 Jahren”, sagte der VW-Chef.

Winterkorn kündigte an, der Konzern werde bis 2018 mehr als 50.000 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen, die meisten davon im Ausland. In Deutschland soll es mittelfristig bis zu 6.000 neue Jobs geben. Ende März waren bei VW 427.200 Menschen beschäftigt. Spätestens bis 2018 soll der Absatz auf mehr als 10 Millionen Fahrzeuge ansteigen, die Vorsteuerrendite soll konzernweit bei mehr als 8 Prozent liegen. Vor allem die Baukastenstrategie soll dazu beitragen, dass die Kosten pro Fahrzeug weiter sinken.

dpa-AFX/Guido Kruschke