VW Südafrika Brexit

Unter dem EPA-Abkommen zwischen der EU und Südafrika exportiert Volkswagen pro Jahr rund 50.000 Polo aus dem Kap-Staat zollfrei nach Großbritannien. Voraussetzung sind mindestens 60 Prozent der Wertschöpfung in Afrika. Bild: VW

Ein ungeregelter britischer EU-Austritt könnte auch Arbeitsplätze in der südafrikanischen Automobilindustrie kosten. „Wenn es zu einem harten Brexit ohne Vereinbarung mit Südafrika kommen sollte, ist hier bei uns eine ganze Schicht weg“, sagte er Geschäftsführer von Volkswagen South Africa, Thomas Schäfer, der Deutschen Presse-Agentur. Der Grund: Unter dem EPA-Abkommen zwischen der EU und Südafrika exportiert Volkswagen pro Jahr rund 50.000 Polo aus dem Kap-Staat zollfrei nach Großbritannien. Voraussetzung sind mindestens 60 % der Wertschöpfung in Afrika.

Bisher zählen aber auch aus der EU gelieferte Komponenten als Teil dieser Wertschöpfung – bei einem harten Brexit wäre Großbritannien nicht mehr Nutznießer des EPA-Abkommens. Werden Komponenten aus der EU dann nicht mehr in die Wertschöpfungs-Kalkulation einbezogen, drohen in beiden Richtungen 10 bis 20 % Einfuhrzölle. Sie würden Autos - je nach Typ - um 1.500 bis 2.000 Euro teurer machen. Daher ergäbe sich laut Schäfer ein geringerer Bedarf und eine Reduzierung der Fahrzeug-Exporte aus Südafrika. Im schlimmsten Fall könnten von dort nur noch 30.000 Polos pro Jahr exportiert werden.