Scania Lkw breit

Bild: Scania

Für die gesunkene Profitabilität macht Scania-Chef Leif Östling die starke schwedische Währung, gestiegene Kosten und eine ungünstigere regionale Verteilung der Verkäufe verantwortlich, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Quartalsbericht hervorgeht.

An der Börse rutschten die Scania-Aktien nach Veröffentlichung der Zahlen um 4,5 Prozent ins Minus. Auch die Papiere des deutschen Wettbewerbers MAN verloren fast zwei Prozent an Wert. Börsianer sahen ihre Gewinnerwartungen verfehlt.

Unterm Strich verdiente Scania im zweiten Quartal mit 2,4 Milliarden schwedischen Kronen (266 Millionen Euro) etwas mehr als im Vorjahreszeitraum. Der operative Gewinn ging jedoch um fünf Prozent auf 3,3 Milliarden Kronen (362 Mio Euro) zurück. Damit sank die operative Marge sowohl im Vergleich zum Vorjahr als auch zum Auftaktquartal auf 14,4 Prozent.

Gleichzeitig stiegen die Erlöse im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 12 Prozent auf 22,97 Milliarden schwedische Kronen (2,5 Milliarden Euro). Die Zahl der ausgelieferten Lastwagen legte um fast 4.600 Stück auf 19.006 Fahrzeuge zu.

Positive Nachfrage in Nordeuropa, Russland und Naher Osten

Auf die Gewinnmarge drücke vor allem die weniger dynamische Entwicklung in Brasilien aufgrund der geänderten Subventionspolitik, erläuterte Östling. Positiv zeige sich die Nachfrage in Nordeuropa sowie in Russland und dem Nahen Osten. “Insgesamt entwickelt sich der Auftragseingang in einem gesunden Maß.” Um weiteres Wachstum zu garantieren, erhöhe Scania seine Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie Vertrieb und Service.

Östling warnte davor, es könne auch weiterhin zu Engpässen in der Zulieferkette kommen, weshalb höhere Kosten entstünden. Im Verlauf des zweiten Halbjahres sollen die Produktionskapazitäten an den bestehenden Standorten auf 120.000 Fahrzeuge pro Jahr ausgeweitet werden. Hierfür investiere Scania in den nächsten Jahren rund 1,5 Milliarden schwedische Kronen. Um die Produktion weiter zu flexibilisieren, hat das Unternehmen vor einigen Tagen mit den Arbeitnehmervertretern ein neues Abkommen über Stundenkonten und den Einsatz von Zeitarbeitern geschlossen.

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dpa-AFX/Guido Kruschke