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Während speziell die Kernmarke Volkswagen Pkw in den USA und Südamerika Schwierigkeiten hat, hält China den Konzern auf Kurs. - Bild: VW

Der Volkswagen-Konzern hat 2013 erneut einen Absatzrekord aufgestellt. Der Autobauer setzte vergangenes Jahr mehr als 9,7 Millionen Fahrzeuge weltweit ab – rund fünf Prozent mehr als im Vorjahr.

Damit sind die Niedersachsen der magischen Marke von zehn Millionen Verkäufen ein gutes Stück näher gekommen. Auch für dieses Jahr stehen die Zeichen auf Wachstum.

Alle zwölf Konzernmarken – also inklusive den Nutzfahrzeugtöchtern Scania und MAN – hatten 2012 rund 9,3 Millionen Verkäufe verbucht. Ohne die Lkw-Marken waren es 2013 rund 9,5 Millionen nach knapp 9,1 Millionen 2012, womit das Wachstum auf dieser Ebene auch bei etwa 5 Prozent lag.

In den vergangenen Tagen haben bereits zahlreiche Einzelmarken aus dem Wolfsburger Auto-Imperium – unter anderem Audi, Porsche, VW und Bentley – Vertriebszahlen für 2013 vorgelegt und ebenfalls neue Bestmarken gesetzt. Das Verkaufsergebnis sei gerade mit Blick auf die weltweit schwierigen Marktbedingungen eine sehr gute Leistung, zu der alle Konzernmarken beigetragen hätten, sagte Vertriebschef Christian Klingler mit Blick auf den neunten Konzern-Auslieferungsrekord in Folge.

Christian Klingler

Christian Klingler: "Trotz des Rekordjahrs und den ersten Anzeichen für eine Erholung in Europa erwarten wir für 2014 "nahezu unveränderte Herausforderungen"." - Bild: VW

China bleibt weiter erfolgreichster Markt

Zu verdanken hat Volkswagen die neuerliche Bestmarke vor allem dem ungestillten Hunger Chinas nach neuen Autos: In der Volksrepublik legten die Verkäufe von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen um gut 16 Prozent auf 3,27 Millionen zu. Fast jedes dritte Auto aus dem VW-Konzern ging damit an einen chinesischen Kunden, womit das Reich der Mitte der mit Abstand größte Einzelmarkt für die Niedersachsen ist.

Auch in der Region Nordamerika ging es mit einem Zuwachs von knapp sechs Prozent bergauf. Erwartungsgemäß schwächer entwickelten sich die Verkäufe dagegen in Europa, wo die Auto-Nachfrage zum Jahresende aufgrund der Nachwehen der Schuldenkrise ein neues Allzeittief erreicht hat.

Die Auslieferungen des VW-Konzerns, der auf dem alten Kontinent mit seiner Stammmarke die klare Nummer eins ist, blieben jedoch stabil, womit das Unternehmen sich wacker hielt. Deutliche Rückgänge gab es dagegen mit 10 Prozent und 19 Prozent in Südamerika und Indien.

Unter den Marken verbuchten die Oberklasse-Tochter Audi und die Sportwagenschmiede Porsche die größten Zuwächse und trieben die Verkäufe auf Konzernebene an. Die Stammmarke wuchs dank der siebten Neuauflage des Verkaufsschlagers Golf ebenfalls. Auch die krisengebeutelte spanische Marke Seat befindet sich mit einem Plus von gut einem Zehntel deutlich im Aufwind.

Wichtiger Schritt auf dem Weg an die Spitze

Mit den Absatzrekord hat Volkswagen einen nächsten Etappenerfolg auf dem Weg zur automobilen Weltspitze gefeiert. Alleine seit dem Amtsantritt von Vorstandschef Martin Winterkorn im Jahr 2007 stieg der VW-Absatz um deutlich mehr als die Hälfte; das eigentlich erst für 2018 anvisierte Ziel von 10 Millionen Verkäufen rückt immer näher in Reichweite.

Winterkorn hatte zuletzt bereits mehrfach in Aussicht gestellt, dass es auch schon deutlich früher soweit sein könnte. Experten halten die magische Zahl für spätestens 2015, vielleicht schon in diesem Jahr erreichbar.

Wer den Dreikampf zwischen VW, Toyota und General Motors im vergangenen Jahr gewonnen hat, lässt sich indes noch nicht sicher sagen. Die Amerikaner werden ihre weltweiten Verkaufszahlen wahrscheinlich im Zuge der Detroiter Automesse kommende Woche veröffentlichen, die Japaner wohl erst gegen Ende des Monats. 2012 hatte Toyota mit knapp 9,75 Millionen Verkäufen vor GM und VW gelegen. Die Chancen für Toyota scheinen aber nicht schlecht zu stehen, schließlich peilten die krisenerprobten Japaner für 2013 bisherigen Angaben zufolge rund 9,96 Millionen Verkäufe an.

Globale Autonachfrage wird 2014 anziehen

Mit Blick auf 2014 zeigte sich Vertriebsvorstand Klingler zuversichtlich: “Für dieses Jahr erwarten wir eine Entwicklung der Märkte auf einem ähnlichen Niveau wie 2013″, prognostizierte er, bremste aber gleichzeitig die Erwartungen. “Auch wenn sich Europa zu stabilisieren scheint, werden die konjunkturellen Unsicherheiten wohl weiter Bestand haben und uns vor nahezu unveränderte Herausforderungen in den Märkten stellen”.

Experten gehen davon aus, dass die globale Automobilnachfrage auch in diesem Jahr zulegen wird. Getragen werden dürfte das Wachstum erneut vor allem von den beiden weltgrößten Märkten China und USA. Allerdings wird auch in Europa eine zumindest leichte Nachfrage erwartet, die auch VW zu Gute kommen wird. Als große Stärke des VW-Konzerns wird die sowohl regional als auch produktseitig breite Aufstellung gesehen, durch die das Automobilimperium von Zuwächsen auf allen Kontinenten profitiert.

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Dow Jones Newswires/Guido Kruschke