VW Produktion Wolfsburg breit

Volkswagen verlängert fast 1.600 Leiharbeitsverträge im Stammwerk Wolfsburg. - Bild: VW

Das teilte der VW-Betriebsrat am Dienstag mit. Erst vergangene Woche hatte Europas größter Autobauer bekanntgegeben, dank guter Auslastung zum Jahreswechsel fast 1.500 Leiharbeiter fest zu übernehmen – 912 im Stammwerk und 572 Kollegen aus den anderen deutschen VW-Fabriken. Die Verträge dieser knapp 1.500 Leiharbeiter hätten nach Erreichen einer Maximalfrist von drei Jahren nicht erneut verlängert werden dürfen.

Übernahmen sind auch bei VW “kein Selbstläufer”

Die Leiharbeit sorgt selbst im mitbestimmungsstarken VW-Konzern oft für Auseinandersetzungen. VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh betonte am Dienstag auf einer Betriebsversammlung in Braunschweig laut seinem Redemanuskript: “Trotz der guten Auftragslage mussten wir das in harten Verhandlungen durchboxen.” Übernahmen seien auch bei VW kein Selbstläufer. “Auch in unserem Vorstand und Management gibt es Vertreter, die sich einen anderen Umgang mit den Zeitarbeitskräften vorstellen können. Wenn es danach ginge, dann würde es auch bei Volkswagen so laufen, wie in vielen anderen Betrieben”, sagte der VW-Aufsichtsratsvertreter. Vor einer Frist zur festen Übernahme würden die Leiharbeitnehmer ausgetauscht. “Wie in einer Drehtür.”

Im VW-Konzern hat die Arbeitnehmerseite aus historischen Gründen eine ungewöhnlich starke Stellung. Aber auch die Managementseite bekennt sich dazu, dass Beschäftigungssicherung und wirtschaftlicher Erfolg gleichrangige Ziele sind. Die mögliche große Koalition aus Union und SPD strebt derzeit strengere Regeln für Leiharbeit an.

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dpa/Guido Kruschke