Johann Jungwirth, der seit November 2015 den Bereich "Digitalisierung" bei VW leitet, macht in seiner Präsentation auf dem Genfer Autosalon deutlich, wohin die Neuausrichtung des Konzerns zielt: "Ich bin der festen Überzeugung, dass wir bis 2025 zum führenden Mobilitätsanbieter avancieren werden."

Wie andere Unternehmen der Branche setzt nun auch Volkswagen stärker auf digitale Trends. Bis 2025 will VW "zum führenden Mobilitätsanbieter avancieren", sagte Jungwirth auf der Vorabendveranstaltung auf dem Genfer Messegelände. Dafür werde sich VW zum Teil zu einem "Software- und Services-Konzern" weiterentwickeln. Ein Studio ist in Potsdam angesiedelt, über die Standorte in Kalifornien und Asien werde in Kürze entschieden, hieß es weiter.

Es werde in Zukunft nicht mehr ausreichen, nur Autos zu bauen, sagte Volkswagen-Konzernchef Matthias Müller. Deshalb will das Unternehmen die Bereiche Digitalisierung und Design enger verzahnen und gründet in Europa, Asien und Kalifornien drei sogenannte "Future Center".

"Wir stellen unser Konzerndesign für das digitale Zeitalter neu auf", sagte Müller auf der Veranstaltung. Zudem werde eine Offensive für das autonome Fahren auf den Weg gebracht. Ziel sei es, diese Kerntechnologie schneller als der Wettbewerb zur Marktreife zu führen. Mit der Digitalisierung ließen sich neue Geschäftsfelder und Umsatzpotenziale erschließen. Die "digitale Transformation" rücke deshalb "nach ganz oben" auf der Agenda. VW habe die Zeichen erkannt. "Wir wollen den Wandel, wir treiben ihn voran, sagte er.

Mit Blick auf den Abgasskandal sagte Müller, das aktuelle Jahr sei eine entscheidende Etappe. 2016 sei das Jahr, in dem man "das Problem mit unseren Diesel-Motoren" lösen und den Konzern neu ausrichten wolle. Man komme bei der Aufarbeitung gut voran, die Rückrufaktion in Europa sei erfolgreich gestartet. Müller bekräftigte zudem, dass VW "in absehbarer Zeit" den internen Bericht zum Stand der Aufklärung des Skandals vorlegen werde.

Volkswagen hatte nach Ermittlungen von US-Behörden im September vergangenen Jahres eingeräumt, weltweit in rund elf Millionen Dieselfahrzeugen eine Manipulationssoftware eingesetzt zu haben, die bei Emissionstests einen niedrigeren Stickoxidausstoß anzeigt als auf der Straße. In den USA sind knapp 600.000 Fahrzeuge betroffen.