VW Markenvorstand Sanz

Javier Garcia Sanz: Seat wird in China erstmals auf der Shanghaier Automesse im April vorgestellt. - Bild: Volkswagen

China mausert sich immer mehr zum Allheilmittel für angeschlagene Autobauer. Jetzt setzt auch Volkswagens Sorgenkind Seat auf das Reich der Mitte. Doch das eigentliche Problem ist damit nicht gelöst.

Wenn gar nichts mehr geht, geht was in China. Dies scheint zumindest momentan die Hoffnung von Seat zu sein. Die spanische VW-Tochter will in Zukunft auch Autos im Reich der Mitte anbieten, um die schwächelnden Verkaufszahlen in Europa aufzupeppen.

Die Marke werde erstmals auf der Shanghaier Automesse im April vorgestellt, sagte Volkswagen-Vorstand Francisco Javier Garcia Sanz am Donnerstag bei der Vorlage der Bilanz in Wolfsburg.

Auch wenn der Plan durchaus Erfolgsaussichten hat, ist das strukturelle grundlegende Problem damit nicht gelöst. Das liegt nämlich in der strategischen Ausrichtung des spanischen Autobauers durch Volkswagen. Die Positionierung Seats im Marken-Portfolio ist nämlich nach wie vor äußerst diffus. Außerdem hat es VW versäumt, Seats gute Position in den lateinamerikanischen Märkten zu nutzen.

Seat soll sportlich sein – das Segment belegt bereits Audi. Die preisbewussten Käufer werden von Skoda angesprochen. Damit die Spanier nicht zwischen diesen beiden Mühlsteinen zermalmt werden, gab es bereits eine Neuausrichtung: Seat soll nicht nur sportliche Autos mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis bieten, sondern auch preisbewusste Kunden ansprechen, die ein Auto suchen, das nicht jedermann hat.

Ein interessantes Geschäftsmodell ist das Weiter-Verwenden von etablierter Technik: Unter dem Seat Exeo steckt der alte Audi A4. So werden Kosten minimiert. Zudem wird der neue Audi-Kompakt-SUV Q3 im Seat Stamm-Werk in Martorell produziert. Damit ist die Auslastung der Fabrik gewährleistet.

wg/Dow Jones Newswires