“Heute ist einer der wichtigsten Tage unserer Unternehmensgeschichte. Wir präsentieren nicht nur ein Fahrzeug, sondern auch die Weiterentwicklung der Marke Volvo. Der Volvo XC90 bereitet den Weg für viele neue und aufregende Modelle in den kommenden Jahren”, sagte Samuelsson bei der Enthüllung des neuen Volvo-Flaggschiffs im futuristischen Ambiente des Artipelag-Museums in den Schären vor den Toren Stockholms.

Was er damit meint: die Altlasten der Ford-Ära sind abgestreift und ausgerechnet der Einstieg des chinesischen Herstellers Geely ermöglichte es den unter US-Führung darbenden Schweden, “einen SUV ohne Kompromisse zu entwickeln”.

Dazu wurde seit dem Geely-Einstieg im Jahr 2010 mächtig investiert. Rund 11 Milliarden US-Dollar wurden in die Weiterentwicklung der Marke gesteckt, der Großteil davon in den Aufbau der skalierbaren Produkt-Architektur (SPA) und in den Motorenbaukasten, aus dem die Drive-E-Motoren kommen, die auch den XC90 antreiben. Der XC90 ist das erste auf SPA gebaute Modell, in den kommenden vier Jahren sollen alle Modelle ab dem Volvo 60 aufwärts von dieser Plattform kommen. Für die Baureihe darunter, die Volvo derzeit auf die 40er Modelle beschränkt, bauen die Schweden und Geely derzeit in Schweden die sogenannte CMA-Plattform auf. Diese Modelle sollen etwa 2017 an den Start gehen – unter ihnen auch ein Kompakt-SUV in V40 Größe.

Ausschließlich 4-Zylinder Motoren sorgen für Vortrieb

Das war in Stockholm allerdings nur ein Randthema, die Show dort gehörte ganz und gar dem XC90, eines der Topthemen war die künftige Motorisierung mit ausschließlich 4-Zylinder-Aggregaten. In Fachkreisen wird das Thema kritisch diskutiert, Volvo ist vom Erfolg überzeugt. Spätestens wenn die Fachjournalisten die ersten Testfahrzeuge bekommen, würden sich alle Bedenken verlieren, so Vertriebschef Alain Visser.

Für Vortrieb sorgen im XC90 die Motoren der Drive-E Familie: Die Vierzylinder schöpfen ihre Kraft aus zwei Litern Hubraum. In der Topversion des Volvo-Flaggschiffs kommt ein neuer Twin-Engine-Antriebsstrang zum Einsatz. Er kombiniert einen mit Turbo und Kompressor aufgeladenen Benziner mit einem Elektromotor. Die Systemleistung des Plugin-Hybriden beträgt 400 PS (294 kW) bei einem CO2-Ausstoß von 60 Gramm pro Kilometer (NEFZ). Darüber hinaus hat Volvo für sein Flaggschiff mit dem D4 (190 PS) und dem D5 (225) zwei Dieselmotoren im Angebot sowie mit dem T5 (254 PS) und dem T6 (320 PS) zwei Benziner. Beim Verbrauch siedelt Volvo die Motoren dort an, wo man den SUV im Vergleich mit der Konkurrenz sieht: Mit fünf Liter pro 100 km beim D4 an der Klassenspitze.

Weltneuheiten in der Sicherheitsausstattung

Ganz klaren Fokus legt Volvo zudem darauf sein Profil als eine der sichersten Automarken der Welt zu schärfen. So gehören zur umfangreichen Sicherheitsausstattung unter anderem zwei Weltneuheiten: Die Run-off-Road Protection sowie ein Kreuzungsbremsassistent. Erstere erkennt, wenn das Auto von der Fahrbahn abkommt. Sie strafft dann automatisch die vorderen Sicherheitsgurte, um die Insassen sicher auf den Sitzen zu halten. Ein energieabsorbierender Bereich zwischen Sitz und Sitzrahmen soll außerdem Wirbelsäulenverletzungen vorbeugen.

Als weltweit erstes Fahrzeug fährt der Volvo SUV mit einem automatischen Notbremssystem für Kreuzungsbereiche vor. Es soll das SUV selbstständig abbremsen, wenn der Fahrer beim Abbiegen in den Gegenverkehr zu steuern droht. “Die neuen Systeme sind ein weiterer Schritt auf dem Weg zu unserem Ziel, dass 2020 niemand mehr in einem neuen Volvo ernsthaft verletzt oder getötet wird”, so Entwicklungschef Peter Mertens.

Für die Vision 2020 konzentrieren sich die Schweden auf drei Schlüsselbereiche: Sicherheit, Konnektivität und autonomes Fahren. Mit dem XC90 mache man den ersten Schritt in Richtung selbst fahrender Autos. Dank einer neuen Funktion folge das SUV im Stop-and-Go Verkehr automatisch dem vorausfahrenden Fahrzeug.

Das fette Package an Komfort- und Sicherheitsfeatures lässt sich der Hersteller ordentlich bezahlen: der Einstiegspreis für den XC90 liegt bei 49.400 Euro, die Plug-in-Version ist mit 90.200 Euro am oberen Ende angesiedelt. Den Anteil des High-end-Modells siedelt Volvo bei 5 Prozent an.

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Frank Volk