LEVC_London_Taxi

Vor einigen Wochen hat LEVC den TX in Berlin vorgestellt. Vertrieb und Service für das Taxi mit einer elektrischen Reichweite von 130 Kilometern übernehmen große Volvo-Händler. Das Netz steht bereits. Bild: LEVC

| von Frank Volk

Innerhalb von etwas mehr als drei Jahren hat der chinesische Autobauer Geely die legendäre, aber wirtschaftlich klamme ehemalige London Taxi Company völlig neu aufgestellt und als London Electric Vehicle Company (LEVC) quasi neu erfunden (siehe Interview mit Chairman Carl-Peter Forster aus der aktuellen AUTOMOBIL PRODUKTION). Die Serienversion des ersten E-Taxis LEVC TX wurde vor einigen Wochen in Berlin präsentiert, womit ein wichtiges Ziel klar ist: mit TX, der es auf eine elektrische Reichweite von 130 Kilometern bringt, will man den Taximarkt in Deutschland aufmischen. Eine zentrale Rolle dabei spielt Volvo.

Wie LEVC gehört Volvo unter das Dach der Zhejiang Geely Holding. Man teilt aber nicht nur die Konzernmutter, sondern auch reichlich Technologie. So wird der LEVC TX auf der Plattform des XC90 gebaut. Der Komponenten für den elektrischen Antriebsstrang stammt ebenso von Volvo wie Ausstattungsfeatures bis hin zum Display. Aufgrund der nahen Verwandtschaft war ein frühes strategisches Ansinnen, dass die Internationalisierung des in der Vergangenheit weitgehend auf Großbritannien beschränkten London Taxi unter Nutzung des jeweiligen lokalen Volvo-Händlernetzes vorangetrieben werden. Das Interesse bei den Volvo-Händlern in Deutschland liege deutlich über den Erwartungen, wie Thomas Bauch, Geschäftsführer von Volvo Deutschland am Rande einer Testveranstaltung mit aktuellen Volvo-Modellen in Österreich sagte.

So hätten über 40 Händler ihre Bewerbung abgegeben LEVC mit in ihr Modellprogramm aufzunehmen, intern bei Volvo plant man mit 15 Betrieben. Wie Bauch sagte, könne man nach jetzigem Stand den Bedarf aller Großstädte in Deutschland mit mehr als 500.000 Einwohnern abdecken. Entsprechende Verträge zwischen Volvo Deutschland und LEVC sowie mit den Händlern stünden kurz vor dem Abschluss. Über die Händler können die Fahrzeuge geordert werden, diese übernehmen aber auch den kompletten Service. 

LEVC hat mit dem TX allerdings nicht nur das Taxigeschäft im Visier. So ist für 2019 ein leichtes Nutzfahrzeug auf Basis des Taximodells angekündigt. Mit diesem möchte man Handwerks- und Lieferbetriebe gewinnen, die ihr Haupteinsatzgebiet in städtischem Umfeld haben.

Das komplette Interview mit LEVC-Chef Carl-Peter Forster finden Sie hier.