VW-Ladeinfrastruktur-Elektromobilität-2-16

Zur Wiedergutmachung des Abgasbetrugs in den USA könnte VW zur Beteiligung am Aufbau einer Ladeinfrastruktur verdonnert werden - so neue Spekulationen in den Medien. Bild: VW

Über die Entwicklung, dass der VW-Konzern und die US-Umweltbehörde EPA im Zusammenhang mit dem Abgasbetrug der Wolfsburger  an einer „großen“ Lösung arbeiten, berichten inzwischen mehrere Medien. Dabei geht es bei „großer“ Lösung nicht um die Höhe des zu bezahlenden Bußgelds in Milliardenhöhe, sondern wie man in die Wiedergutmachung eine industriepolitische Variante einbauen kann. So berichtet die Süddeutsche Zeitung, dass die Umweltbehörde die Wolfsburger dazu dränge, sich am Aufbau eines Infrastrukturnetzes für die Elektromobilität zu beteiligen. Die ist – abgesehen von Kalifornien und einigen Metropolregionen – ähnlich lückenhaft wie in Deutschland. Und angesichts extrem niedriger Spritpreise, die zu einem regelrechten Boom bei den Verkaufszahlen großer SUV führen, ist es auch in den USA derzeit unwahrscheinlich, dass sich die politisch gesetzten Ziele zur Elektromobilität umsetzen lassen.

Insofern bietet der Abgasskandal für die EPA einen willkommenen Hebel, den in Ungnade gefallen Autokonzern in die Pflicht zu nehmen. Das nicht nur bei der Infrastruktur, auch soll die US-Behörde von VW fordern, in Chattanooga Elektroautos zu entwickeln und dort auch zu bauen.

Von VW selbst gibt es zu den Berichten keine Stellungnahme. Ein Insider stellt dazu aber fest, dass eine solche Lösung zwar auch Milliardenkosten mit sich brächte, diese aber durchaus im Sinne des Autobauers sei, da sie zur bereits bekannt gegebenen Elektrifizierungs-Strategie passe. Zudem, so der VW-Kenner, müsse der Autokonzern nach dem Scheitern der Dieselstrategie in den USA sowie neue technologische Wege gehen. Statt nun Milliarden für Bußgelder zu verfeuern, sei es für den Autobauer zielführender, wenn eine wie auch immer geartet Lösung auf das Thema künftiger Technologien einzahle.

Allerdings drängt die Zeit und – die US-Behörden sitzen am längeren Hebel:  Weil es keine Lösung für die technische Umrüstung der 600.000 in den USA betroffenen Autos aus dem Volkswagenkonzern gibt, dadurch auch die Kosten unklar sind, hat der Autobauer seine für 10. März anberaumte Vorlage der Bilanzzahlen verschoben.  Ein neuer Termin steht noch nicht. Der Konzern hatte bereits im vergangenen Jahr 6,7 Milliarden Euro für Rückrufe zur Seite gelegt.