Volkswagen, Logo, Brasilien

Wegen der Dieselaffäre in den USA, ist jetzt auch noch der Aktienkurs von VW eingebrochen. – Bild: VW

Durch den heftigsten Kurssturz seit sechs Jahren verlor der Wolfsburger Konzern rund zwölf Milliarden Euro an Börsenwert. Das entspricht in etwa dem gesamten Marktwert der Commerzbank.

Analysten und Händler reagierten am Montag (21.9.) unisono mit Unverständnis und Ungläubigkeit auf das Eingeständnis von Volkswagen, mit Hilfe einer Software die Resultate von Abgasuntersuchungen bei Diesel-Autos in den Vereinigten Staaten geschönt haben.

Die Experten des US-Analysehauses Bernstein haben eigenen Angaben zufolge über das Wochenende mit einem ehemaligen Angestellten der US-Umweltbehörde EPA gesprochen und kommen zu dem Schluss: “Das ist wirklich sehr ernst.” VW sei der “Lance Amstrong der Automobilhersteller”, wird der Spezialist am Montag in einer Studie zitiert. Viel werde nun davon abhängen, wie VW mit der Angelegenheit in den USA umgehe, führten die Bernstein-Experten aus. “Verantwortung abstreiten” oder “einfach Ruhe bewahren” werde in den den Vereinigten Staaten nicht funktionieren.

Ungewisse Zukunft für Winterkorn

“Unglaublich”, hieß es von einem Akienhändler am Morgen. Der Schaden für die Marke sei immens. Die Zukunft von VW-Chef Martin Winterkorn sei ungewiss. Analyst Sascha Gommel von der Commerzbank spricht von einem schweren Schlag für VW und die gesamte Dieselbranche in Deutschland. Goldman Sachs schlug in die gleiche Kerbe. Der Commerzbank-Experte spekulierte auch darüber, ob VW möglicherweise neben der drohenden Milliardenstrafe auch die betreffenden 482.000 Autos in den USA zurückkaufen müsse.

Das Analysehaus Equinet rechnet mit einer harschen Antwort der Umweltbehörde und einer hohen Strafe. Für die Aktie sei das eine massive Belastung – die Experten haben ihr Kursziel von 180 Euro auf 145 Euro gesenkt. Auch andere Analysten reagierten verschnupft und gaben der Aktie des Autobauers eine schlechte Prognose.

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gp / Quelle: dpa-AFX