VW_Aufsichtsrat_Müller_Poetsch

VW-Chef Müller, Aufsichtsratsvorsitzender Pötsch (von re.): Austausch mit anderen OEMs im üblichen Rahmen. Bild: VW

Absprache in der Branche seien nötig, um „bei neu verfügbaren Technologien, für die noch keine regulatorischen Ansätze bestehen, die Machbarkeit und auch die Standardisierung von technischen Lösungen und Sicherheitsstandards zu erörtern“, heißt es in der Unternehmensmeldung von Volkswagen. Technische Einigungen seien ebenfalls üblich, da „innovative Lösungen schneller verfügbar und preiswerter sind als aufwendigere Einzelentwicklungen“, heißt es weiter. Demnach würden auch die Kunden davon profitieren. 

Ex-BMW-Volksriwrt: „in Branche stinknormale Arbeitskreise“

Ganz ähnlich hatte sich Helmut Becker, Ex-Chefvolkswirt bei BMW, Anfang der Woche gegenüber der österreichischen Tageszeitung Der Standard zu den Vorwürfen geäußert. „Der Kunde hat wegen dieser Arbeitskreise mit Sicherheit kein schlechteres Fahrzeug bekommen oder ein Auto, das weniger sicher ist", sagte Becker in einem Interview. „Wenn es um Normen und Typisierungen gegangen ist in diesen angeblichen Arbeitskreisen, dann war das Ziel der Zusammenarbeit, die Abläufe zu vereinfachen.“ Ein möglicher Effekt wäre laut Becker, dass die Modelle für die Kunden am Ende kostengünstiger waren. 

Die Selbstanzeige von VW und bereits zuvor von Daimler sieht der ehemalige BMW-Volkswirt nicht als Beweis, „um die Geschichte der geheimen Zirkel vorbehaltlos zu glauben.“ Becker geht eher davon aus, dass sich VW prophylaktisch selbst angezeigt hat, „um wegen völlig harmloser Arbeitskreise nach der Dieselaffäre nicht in den Verdacht kartellrechtlich relevanter Absprachen zu geraten“. Ähnlich sehe er das bei Daimler. Die Stuttgarter hätten sich ebenfalls vorsorglich wegen des 2011 aufgeflogenen Lkw-Kartells selbst angezeigt, um sich aus der Schusslinie zu nehmen. 

EU prüft Kartellvorwürfe

Derzeit geht die EU-Kommission den Vorwürfen nach, wonach sich VW, BMW, Daimler, Audi und Porsche in verschiedenen Fragen angeblich abgesprochen haben sollen. Der Mitteilung von VW vom Mittwochabend nach, arbeitet der „kooperativ und vertrauensvoll mit Behörden zusammen“.