Bernd Osterloh, Volkswagen

VW-Betriebsratschef Osterloh hatte vor dem ersten Auftritt von Matthias Müller vor VW-Werkern eine wichtige Botschaft: Noch sind durch die Abgasaffäre keine Jobs in Gefahr. Bild: VW

Die weltweite Abgas-Affäre bei Volkswagen gefährde aktuell keine Jobs bei Europas größtem Autobauer. “Derzeit, das ist die gute Nachricht, gibt es noch keine Konsequenzen für Arbeitsplätze”, sagte Bernd Osterloh am Dienstag (6. Oktober) bei der ersten Betriebsversammlung nach dem Bekanntwerden des Skandals im VW-Stammwerk in Wolfsburg vor mehr als 22.000 Beschäftigten.

Dies gelte sowohl für die Stammbelegschaft als auch für Leiharbeiter. Der Betriebsratschef betonte in seiner knapp einstündigen Rede aber auch, dass das Ausmaß der Krise und die Folgen für den Weltkonzern insgesamt noch nicht abzusehen seien. Niemand könne derzeit sagen, wie die VW-Kunden auf den Skandal reagieren.

Damit lag er ganz auf Linie von Winterkorn-Nachfolger Matthias Müller. Er betonte, dass man alles daran setzen werde, dass VW auch in Zukunft gute und sichere Arbeitsplätze biete. Sowohl Müller wie Osterloh verschwiegen aber nicht, dass es zu schmerzhaften Einschnitten auch für die Beschäftigten kommen wird. So dürfte es aufgrund des zu erwartenden schlechteren Ergebnisse zu Einschnitten bei den Bonuszahlungen kommen. Das dürfte allerdings die geringste Sorge der Beschäftigten sein.

Wegen des des immensen Andrangs wurde die Veranstaltung per Video auf Leinwände vor die Hallentore übertragen. Zudem verfolgten rund um den Erdball die Betriebsratsvorsitzenden in den anderen VW-Werken die Versammlung.

Niedersachsens Ministerpräsident und VW-Aufsichtsrat Stephan Weil rief die Mitarbeiter zur Geschlossenheit auf. “Bei Volkswagen arbeiten viele hunderttausend Menschen, die sich jeden Tag mit aller Kraft für das Unternehmen einsetzen und sehr gute Arbeit leisten”, heißt es in einem Brief des SPD-Politikers, der dpa vorlag. «Es ist unerträglich, wenn jetzt das ganze Unternehmen und damit auch die Beschäftigten unter einen Generalverdacht gestellt werden.»

Mitte September war bekanntgeworden, dass Volkswagen bei rund elf Millionen Dieselfahrzeugen mit einer speziellen Software die Abgaswerte bei Testverfahren nach unten gedrückt hat. Etwa acht Millionen der betroffenen Wagen sind laut VW in den Ländern der Europäischen Union zugelassen, davon 2,8 Millionen in Deutschland.

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fv