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Die Lage am russischen Automarkt bleibt düster. Hersteller wie VW, BMW, Hyundai, Geely setzen auf unterschiedliche Strategien Bild: vkph – Fotolia.com

Trotz eines Markteinbruchs um vermutlich nahe 35 Prozent im vergangenen Jahr (die offiziellen Zahlen stehen noch aus), gibt es für den russischen Automarkt auch 2016 keine Hoffnung auf Besserung. Im Gegenteil ist es durch die erneute Schwäche des Rubel noch unattraktiver geworden, Autos nach Russland zu importieren. Vor diesem Hintergrund haben VW und BMW laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Skrin ihre Pläne zum Verkauf von Vans in Russland verworfen. Volkswagen hatte bereits im November angekündigt, den Touran aus dem Russland-Angebot zu streichen, bei BMW hat man sich offensichtlich von Plänen verabschiedet, den 2er Active Tourer anzubieten, weil sich aufgrund des schwachen Rubels der Export nicht lohnt.

Auch andere Autohersteller suchen noch nach dem richtigen Weg, einigermaßen durch die schwierige Zeit zu kommen. So will Hyundai mit neuen Modellen wie Elantra und dem SUV Santa Fe einerseits die Absatzzahlen stabilisieren und andererseits durch eine Produktionskürzung im Werk St. Petersburg die Kosten drücken. Mit einem Minus von “nur” 14,2 Prozent sind die Südkoreaner 2015 noch mit einem blauen Auge in Russland davon gekommen und haben Konkurrenten wie VW deutlich abgehängt. Laut Hyundai-Russland-Chef Alexei Kalitsov soll die Produktion in St. Petersburg in diesem Jahr auf 215.000 Einheiten gedrosselt werden. 2015 wurden in dem Werk knapp 230.000 Einheiten gefertigt.

Nicht entmutigen lassen will sich die Volvo-Mutter Geely. Die Chinesen haben laut Zahlen von IHS Automotive zwischen Januar und November nur noch 10.500 Autos in Russland verkauft – rund 35 Prozent weniger als im Vorjahr. Nun will man trotz der schlechten Aussichten mit dem Launch neuer Produkte die Wende erzwingen. Eine zentrale Rolle dabei soll das Facelift des Emgrand X7 Crossover spielen, der gleich in drei Motorisierungen an den Verkaufsstart kommt, gefolgt vom Emgrand EC7 im April und dem Marken-Flaggschiff GC9.

Mit der Modelloffensive könnten sich die Chinesen durchaus dem negativen Markttrend entziehen, meint IHS Automotive. Während die Marktexperten einen weiteren Verkaufsrückgang für den Gesamtmarkt erwarten, könnte Geely um etwa 10 Prozent zulegen.

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Frank Volk