Preisverleihung "OEM of the Future 2014"

Preisverleihung "OEM of the Future 2014": Toyotas Deutschland-Chef Masaki Hosoe (Volume Brand of the Future), AUTOMOBIL PRODUKTION-Chefredakteurin Bettina Mayer, BMW-Produktionsvorstand Harald Krüger (Premium Brand of the Future), IHS-Automotive-Chef Edouard Tavernier und Peter Bosch, Chefstratege für die Bereiche Produktion und Logistik der Marke VW (OEM of the Future, von links nach rechts). Bild: Steinheißer/Steinle/Koch

IHS Automotive und AUTOMOBIL PRODUKTION verleihen zum dritten Mal die Awards “OEM of the Future”: Gewinner sind der Volkswagen-Konzern, BMW sowie Toyota. Die drei Awards, die auf dem 25. AUTOMOBIL FORUM vergeben wurden, nutzen eine Reihe von Key-Performance-Indikatoren (KPIs) und Kriterien, die eigens für den Award zusammengetragen und analysiert werden. Dazu gehören Produkt-Forecasts, Verkaufsprognosen, Aussagen zur künftigen Kapazitätsauslastung in den Werken sowie Analysen der Produktionsplänen der Autohersteller. Für die Ermittlung der diesjährigen Gewinner analysierten die Experten von IHS Automotive mehr als 22 Millionen Datensätze.

“Im Namen des globalen IHS-Automotive-Teams gratulieren wir den Gewinnern der ‘OEM of the Future Awards’”, so Edouard Tavernier, Senior Vice President von IHS Automotive bei der Preisverleihung im Rahmen des 25. AUTOMOBIL FORUMs. “Viele der heutigen Produkt-, Plattform- und Technologie-Entscheidungen bestimmen die jeweilige Leistung eines Autobauers in den kommenden fünf Jahren. Die Awards bewerten die Leistungen der Autohersteller im Vergleich zum Wettbewerb bis 2018 und zeigen die Bedeutung der Produkt- und Investitionszyklen auf, denn diese entscheiden letztendlich, ob die Investments für Aktionäre erfolgversprechend sind.?

“OEM of the Future” 2014: Volkswagen-Konzern

Der Volkswagen-Konzern schneidet im Vergleich zu seinen Wettbewerbern hinsichtlich Volumen-, Umsatz- und Gewinnpotenzial bis 2018 außergewöhnlich gut ab. Bild: Volkswagen

Die Auswertung von IHS Automotive ergab, dass der VW-Konzern in vielen Kategorien, bezogen auf Volumen-, Umsatz- und Gewinnpotenzial bis 2018, führend ist. Volkswagens Überlegenheit, in hart umkämpften Märkten hohe Volumen zu generieren, wird VWs Gesamtabsatz bis 2018 auf 11,2 Millionen Einheiten (11,3 Prozent des weltweiten Absatzes von Light Vehicles) erhöhen. Der Weltmarktanteil von Toyota wird 2018 voraussichtlich nur 9,8 Prozent betragen. Auch bei den Gewinnen hat Volkswagen nach den IHS-Prognosen in 2018 die Nase vorne: Durch die prognostizierten Erfolge von Audi in diesem Zeitraum wird der Volkswagen-Konzern seinen durchschnittlichen Preis pro Fahrzeug im Vergleich zum Wettbewerb weiter verbessern.

Bis Ende 2018 wird Volkswagens voraussichtliche Gewinnspanne etwas höher als die seiner Konkurrenten ausfallen. Im Bereich Antriebsstrang wird der Volkswagen-Konzern auch weiterhin die Ansprüche an Leistung und Effizienz erfolgreich kombinieren, um somit konkurrenzfähig zu sein. Volkswagens Plattform-Strategie hilft, weiter Kosten zu optimieren, weil VW die hohen Investitionskosten über große Volumina spreizen kann. Diese Faktoren, kombiniert mit einem höheren Durchschnittspreis pro Fahrzeug, helfen dem VW-Konzern, die höheren Montagekosten auszugleichen. Die Analyse der IHS-Daten zeigt letztendlich, dass der Volkswagen-Konzern im Vergleich zu seinen Wettbewerbern hinsichtlich Volumen-, Umsatz- und Gewinnpotenzial bis 2018 außergewöhnlich gut abschneidet.

“Premium Brand of the Future” 2014: BMW

BMW Logo

BMW profitiert von hohen Volumina und Fahrzeugpreisen in Kombination mit dem Anstieg der Verkaufszahlen im Hochpreis-Segment. Bild: BMW

Außerdem zeigt die IHS-Auswertung, dass BMW unter den Premiummarken bis 2018 im Bereich Absatzvolumen knapp vor Audi führen wird und bis dahin 2,1 Millionen Fahrzeuge absetzt. Gleichzeitig wird BMW auch seine Führung hinsichtlich der Gewinne erhalten können ? durch die Kombination von höheren Volumina und hohen Fahrzeugpreisen und dem Anstieg der Verkaufszahlen im Hochpreis-Segment. Der Durchschnittspreis pro Einheit wird im Jahr 2018 voraussichtlich etwas niedriger als bei Mercedes-Benz sein, aber über dem von Audi liegen.

BMW kann seine Kostenführerschaft gegenüber den Wettbewerbern bis 2018 erfolgreich verteidigen. Ebenso behält BMW bezüglich Montagekosten und Plattform-Synergien die Nase vorn.


“Volume Brand of the Future” 2014: Toyota

Der Auswertung von IHS Automotive zufolge wird die Marke Toyota im Jahre 2018 voraussichtlich 8,2 Millionen Fahrzeuge absetzen ? und damit die Marke Volkswagen um 800.000 Einheiten übertreffen. Bild: Toyota

Laut IHS ist der größte Vorteil von Toyota sein globales Vertriebsnetz sowie die Stärke der Produkte auf vielen Märkten mit geringem Wettbewerb. Die Stärke der Marke Toyota liegt in ihrem globalen Footprint und dem aggressiven Vorantreiben der Modellwechsel-Zyklen. Toyota profitiert nach der IHS-Auswertung von seiner Breite in puncto Produkte, Segmente und Marktabdeckung, einschließlich eines Full-Size-Pick-ups für den US-Markt und des Kleinwagen-Angebots. Schließlich ermöglicht Toyota die Kombination von Best-Preisen pro Fahrzeug und höheren Volumen, seine derzeitigen Gewinn-Vorteile zu behalten. Zusätzlich wirkt sich für Toyotas Umsätze günstig aus, dass die Verbraucher ? vor allem in den USA und Japan ? bereit sind, Aufschläge für Hybridtechnologie zu bezahlen.

Fahrzeugabsatz erreicht 2017 die 100-Millionen-Grenze

Branchenweit rechnet IHS Automotive damit, dass der Fahrzeugabsatz im Jahre 2017 die 100-Millionen-Grenze erreicht. Durchschnittliche Fahrzeuge werden 2018 etwa 3,2 Prozent teurer sein (vor dem Inflationsausgleich). Auf globaler Ebene erwartet IHS, dass die Branche in den Jahren 2013 bis 2018 einen Rückgang von 5,2 Prozent beim Kraftstoffverbrauch erzielen kann, was zu einer Senkung der CO2-Emissionen von 179,63 auf 170,23 g/km führt.

Aufgrund der wachsenden Verbreitung globaler Plattformen geht IHS Automotive davon aus, dass die Autohersteller ihre Fixkosten im Durchschnitt um bis zu 21 Prozent pro Fahrzeug senken werden, während die Montagekosten voraussichtlich nur um weniger als ein Prozent ansteigen – zum Teil durch die Verlagerung der Produktion in Länder mit niedrigeren Lohnkosten.

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