Volkswagen-Werk Hannover

VW-Werk Hannover: Auch Betriebsratschef Bernd Osterloh hat für die Kooperation mit Ford ausgesprochen - vorausgesetzt, es bringt wirtschaftlichen Nutzen und gefährdet keine Arbeitsplätze. Bild: Volkswagen

"Klar ist, wir stehen dazu, dass wir Hannover auch mit einer Ford-Partnerschaft ordentlich auslasten", sagte Diess im Interview mit der VW-Betriebsratszeitung "Mitbestimmen", die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Diess erklärte zudem, er betrachte es als schwierig, Volkswagen ohne eine Rendite - also den Anteil des Ergebnisses im laufenden Geschäft am Umsatz - von mindestens 6 Prozent durch den tiefgreifenden Wandel der Branche und eine mögliche Krise zu bringen.

Betriebsratschef Bernd Osterloh mahnte in dem Zusammenhang an, die Auslandsgesellschaften zu stärken: "Denn das gehört zur Wahrheit dazu: Das Ergebnis der Marke VW kommt zurzeit fast nur aus den europäischen Werken", betonte er in dem gemeinsamen Interview. Diess bestätigte, dass es außerhalb Europas Verluste gebe. Zuletzt hatte die zuvor chronisch ertragsschwache Sparte rund um Golf, Passat und Tiguan ihre Rendite auf fünf Prozent gesteigert. Diess sagte: "Wenn wir unseren Umbau in dem Tempo fortsetzen, in dem wir aus den Startlöchern gekommen sind, dann haben wir eine echte Chance, Volkswagen richtig aufzustellen."

Zuvor hatte sich Osterloh bereits für die Kooperation mit Ford ausgesprochen - unter bestimmten Voraussetzungen: "Es muss wirtschaftlichen Nutzen bringen, darf aber natürlich keine Arbeitsplätze gefährden", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Im Juni war bekanntgeworden, dass Volkswagen seine Kräfte bei der Entwicklung von Nutzfahrzeugen mit dem US-Hersteller Ford bündeln will. Das Projekt bereitet im Transporterwerk Hannover Sorgen - demnach wird befürchtet, Teile der Transporterproduktion könnten in ein türkisches Ford-Werk verlagert werden.

Zu der Frage der Auslastung in Hannover sagte Diess: "Ich sehe dort eher Chancen als Risiken. Und ich bin sehr zuversichtlich, dass wir das zeitnah auf die Beine stellen." Fest stehe generell aber auch, dass sich alle Standorte immer verbessern müssten. Volkswagen arbeite daran, den Elektrobus ID Buzz als Teil der vollelektrischen ID-Modellfamilie, die ab 2020 startet, "zum Fliegen zu kriegen". Auch sprach er von einem zusätzlichen Modell.

Im Zusammenhang mit den Schwierigkeiten von Volkswagen bei der Einführung des neuen Abgas-Prüfverfahrens WLTP sagte Diess: "VW und Audi haben einen deutlichen Rückstand. Sie hatten aber in den letzten Jahren auch die Dieselkrise zu bewältigen." Die Entwicklungsteams stünden unter enormem Druck. "Zudem haben wir die Projekte nicht gut genug gesteuert", räumte er ein. "Ein schwieriger Prozess, den wir nicht so organisieren konnten, dass wir zeitgerecht fertig werden. Wir hatten prozessseitig klare Defizite."

WLTP steht für "Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure". Der neue europaweite Standard ist ein Messverfahren, das für realistischere Werte bei den Schadstoff-Emissionen sowie beim Verbrauch sorgen soll. Vor allem die Kernmarke von VW hadert mit dem Prüfverfahren, weil Hunderte Getriebe-Motor-Kombinationen neu zugelassen werden müssen. Osterloh erklärte, der Gesetzgeber habe den Aufwand deutlich erhöht: "Die Messergebnisse liegen etwas näher am tatsächlichen Verbrauch. Aber mit dem reellen Verbrauch auf der Straße hat das auch noch nichts zu tun - wie eigentlich schon immer."

Nach heftigen Scharmützeln rund um das Sparprogramm "Zukunftspakt" hatte Diess mit dem ebenfalls mächtigen Betriebsrat um Osterloh eine Art Burgfrieden geschlossen. Noch immer gebe es Meinungsverschiedenheiten, sagte Osterloh. "Aber die tragen wir nicht öffentlich aus." Diess sagte dazu: "Richtig gestritten haben wir ja selten. Und ich muss sagen: Im Endeffekt habe ich immer Recht behalten." Was auch Osterloh für sich in Anspruch nahm.

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