Martin Winterkorn breit

Schwörte die Belegschaft am Donnerstag (4. Dezember) auf das kommende Programm zur Effizienzsteigerung ein: VW-Chef Winterkorn. Bild: VW

Vor mehr als 10.000 Beschäftigten im Wolfsburger Stammwerk warb der Konzernchef für sein Programm zur Steigerung der Effizienz sowie die Verbesserung des Ergebnisses. Der Wettlauf um die Mobilität der Zukunft werde kein Selbstläufer. “Deshalb ist es gut, dass der Betriebsrat für diese Zukunftsthemen nicht nur offen ist, sondern diese gemeinsam mit uns vorantreibt.” Die Effizienzinitiative sei vielversprechend gestartet, zahlreiche Maßnahmen seien bereits definiert. Weitere Details dazu gab der Konzern aus der nichtöffentlichen Betriebsversammlung nicht bekannt.

Volkswagen will die Kosten Insidern zufolge konzernweit in den nächsten Jahren um zehn Milliarden Euro senken. Zu dem bereits bekannten Sparprogramm bei der Hauptmarke VW von fünf Milliarden Euro soll demnach noch einmal die gleiche Summe bei Pkw-Marken wie Audi, Porsche, Seat und Skoda sowie dem Nutzfahrzeuggeschäft mit den beiden Töchtern MAN und Scania hinzukommen. VW selbst spricht lieber von einem Programm zur Effizienzsteigerung. Der Aufsichtsrat hatte jüngst beschlossen, in den nächsten fünf Jahren die 85,6 Milliarden Euro in neue Modelle, umweltfreundliche Technologien und Werke zu investieren. Davon fließen bis 2019 alleine 5,3 Milliarden Euro nach Wolfsburg. Bei der Versammlung unterstrich Betriebsratschef Bernd Osterloh, dass es bei dem aufgelegten Effizienzprogramm nicht ums Sparen ginge, sondern darum, sich für die Zukunftsaufgaben zu wappnen. Osterloh betonte, dass Belegschaft optimistisch ins neue Jahr starten könne, “das weitere Sonderschichten in Wolfsburg als Zeichen hoher Kundennachfrage bereit hält”.

Stehende Ovationen für “Mr. Komponente”

Auch Winterkorn hatte zuvor eine positive Bilanz des zu Ende gehenden Jahres gezogen. “2014 war ein hartes, aber letztlich auch erfolgreiches Jahr für den Konzern und auch für den Standort Wolfsburg”, resümierte er. Der Konzern werde voraussichtlich mehr als zehn Millionen Fahrzeuge weltweit ausliefern und das Stammwerk Wolfsburg über 830.000 Fahrzeugen produzieren. „Das alles wäre ohne Ihren Einsatz, Ihr Können und Ihre harte Arbeit nicht möglich gewesen. Und dafür danken meine Vorstandskollegen und ich Ihnen allen heute sehr herzlich”, so Winterkorn an die Mitarbeiter.

Verabschiedet wurde bei der Betriebsversammlung Werner Neubauer, langjähriger Markenvorstand für den Geschäftsbereich Komponente der Marke Volkswagen. Neubauer geht zum Jahresende in den Ruhestand. Der Vorstandsvorsitzende würdigte ihn als Persönlichkeit, die „Volkswagen fast ein halbes Jahrhundert lang begleitet und geprägt” habe. „Sie haben für ‚Ihre‘ Komponente und für ‚Ihre‘ Mannschaft gebrannt. Und das ist sicher ein Grund, warum die Volkswagen Komponente heute so innovativ, stark und wettbewerbsfähig ist”, so Winterkorn.

Für den scheidenden “Mr. Komponente”, so Neubauers Spitzname, gab es zum Abschied stehende Ovationen.

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fv