VW-Chef Martin Winterkorn beim Volkswagen-Konzernabend auf der IAA. Bild: Volkswagen

VW-Chef Martin Winterkorn (hier beim IAA-Konzernabend) gesteht in einem Statement Emissionsmanipulation ein und bittet um Entschuldigung. Bild: Volkswagen

Der Vorstand nehme die festgestellten Verstöße “sehr ernst”, so Winterkorn in der Erklärung am Sonntag, 20. September. Aus gutem Grund. Die gegen den Konzern erhobenen Vorwürfe sind massiv, die finanziellen Auswirkungen sowie die Folgen für das Image noch unabsehbar. Bereits geistern mögliche Strafen in Höhe von etwa 37.000 US-Dollar pro Auto durch die Gazetten, was sich bei 482.000 zurückzurufenden Fahrzeugen auf 18 Milliarden US-Dollar auftürmen würde. Nicht minder schwerwiegend könnten die Folgen für den Diesel in den USA sein. Seit Jahren mühent sich alle deutschen Hersteller, den sauberen Diesel in den USA gesellschaftsfähig zu machen. Der Betrugsskandal um per Software-Trick erheblich geschönte Emissionswerte könnte alle errreichten Fortschritte zunichte machen.

Die amerikanische Umweltschutzbehörde EPA wirft dem deutschen Autokonzern vor, in Fahrzeugen mit 2.0-Liter TDI-Motor, darunter die Modelle Jetta, Golf, Passat, Käfer sowie beim Audi A3 eine Software eingesetzt zu haben, die erkennt, wenn das Auto auf seine Emissionen getestet wird. Die Software habe dann dafür gesorgt, dass die Werte so weit gedrückt wurden, dass sie den Vorschriften genügt hätten. Im Normalbetrieb sei der Schadstoffausstoß dieser Autos 10 bis 40 Mal so hoch, so der Vorwurf seitens der EPA. Im ZUsammenhang mit der Manipulation hatten die US-Behörden VW damit gedroht, die Zulassung für alle 2016er Modelle des Herstellers zu entziehen.

In dem Statement von Sonntag gibt sich VW-Chef Martin Winterkorn nicht nur reuig, er räumt die Richtigkeit der gegen den Autobauer erhobenen Vorwürfe auch ein.

Das Winterkorn-Statement zu Emssionsbetrug im Wortlaut:

“Der Vorstand der Volkswagen AG nimmt die festgestellten Verstöße sehr ernst. Ich persönlich bedauere zutiefst, dass wir das Vertrauen unserer Kunden und der Öffentlichkeit enttäuscht haben. Wir arbeiten mit den zuständigen Behörden offen und umfassend zusammen, um den Sachverhalt schnell und transparent vollumfänglich zu klären. Hierzu hat Volkswagen eine externe Untersuchung beauftragt.
Klar ist: Volkswagen duldet keine Regel- oder Gesetzesverstöße jedweder Art.
Das Vertrauen unserer Kunden und der Öffentlichkeit ist und bleibt unser wichtigstes Gut. Wir bei Volkswagen werden alles daran setzen, das Vertrauen, das uns so viele Menschen schenken, vollständig wiederzugewinnen und dafür alles Erforderliche tun, um Schaden abzuwenden. Die Geschehnisse haben für uns im Vorstand und für mich ganz persönlich höchste Priorität.”

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Frank Volk