Volkswagen Diesel

In Europa sind laut VW-Konzernkreisen knapp 10 Mio Autos mit manipulierter Software unterwegs. Bild: Volkswagen

Unter Hochdruck wurde seit Bekanntwerden der Affäre um manipulierte ermittelt, wo die Fahrzeuge mit der Software an Bord unterwegs sind, über die VW seit Jahren Abgas-Werte manipuliert hat. Diese Erhebung ist nun offenbar weitgehend abgeschlossen. Bestätigt hat sich dabei die von VW genannte Gesamtzahl von über 11 Millionen betroffenen Fahrzeugen. Dabei ist die USA, wo der Mega-Schwindel am 18. September publik wurde, lediglich die Spitze des Eisbergs. Jedenfalls nehmen sich die knapp 490.000 Autos dort wie ein Klacks gegen die knapp unter 10 Millionen Fahrzeuge in Europa aus. Hier wiederum sind – wenig überraschend – nach Deutschland, die Länder mit hohem Dieselanteil am stärksten betroffen. Zahlen wurden bereits aus Großbritannien (1,2 Millionen Einheiten), Frankreich (1 Million Einheiten) und Italien (650.000 Einheiten gemeldet). Lediglich eine Million entfallen auf den Rest der Welt, nicht betroffen von dem Diesel-Skandal ist China. Schlichte Ursache: Diesel-Pkw spielen auf dem wichtigsten Automarkt der Welt keine Rolle.

Die Verteilung der in Europa betroffenen knapp 10 Millionen Fahrzeuge spiegle in etwa die Absatzverhältnisse der Konzernmarken wieder. So sollen deutlich über 40 Prozent der Autos das VW-Logo am Kühler tragen. Premiummarke Audi ist mit knapp über 2 Millionen Autos dabei, die tschechische VW-Tochter Skoda mit einer Million. Stark betroffen sein soll zudem der Bereich leichte Nutzfahrzeuge.

War bereits relativ früh bekannt, dass die Manipulationssoftware in 2-Liter und 1,6-Liter-Motoren des Massenmotors mit der firmeninternenen Bezeichnung EA 189 verbaut wurde, sind wohl auch 1,2-Liter-Aggregate betroffen. Eingesetzt werden die Motoren mit Direkteinspritzung und Turboaufladung seit 2008. Exakte Auskunft verspricht VW über eine am Freitag in Deutschland freigeschaltete Internetseite. Unter www.volkswagen.de/info erhalte jeder Kunde mit seiner Fahrgestellnummer eine klare Aussage, ob sein Fahrzeug betroffen sei oder nicht. Zudem hat der Hersteller weiterführende Informationen sowie Fragen und Antworten rund um das Thema integriert.

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Frank Volk