Diess VW 9

VW-Vorstandschef Herbert Diess: "Wir brauchen hier einen extrem schnellen Kompetenzaufbau. Daher arbeiten wir an Partnerschaften oder Akquisitionen von Software-Unternehmen.“ Bild: Volkswagen

Der Volkswagen-Konzern erwägt offenbar den Zukauf von Software-Firmen. "Wir brauchen hier einen extrem schnellen Kompetenzaufbau. Daher arbeiten wir an Partnerschaften oder Akquisitionen von Software-Unternehmen", sagte VW-Vorstandschef Herbert Diess im Gespräch mit dem Handelsblatt. Volkswagen wolle schon in den "kommenden Monaten" Ergebnisse präsentieren. Diess begründete die Pläne mit fehlendem Software-Know-how innerhalb des Konzerns. Unter 10.000 Ingenieuren im Wolfsburger Technik- und Entwicklungszentrum gebe es nur "wenige Hundert im Software-Bereich".

Weiter sprach sich der Manager für den Aufbau einer eigenen deutschen Fertigung von Batteriezellen aus. "Ich finde es erschreckend, dass wir in diese große Abhängigkeit geraten sind", sagte Diess. Derzeit sind die drei großen Autohersteller noch von Zelllieferanten aus Japan und Südkorea abhängig. Deutschland habe in den 70er-Jahren den Anschluss bei der Batterietechnik und "damit die industrielle Massenfertigung" verloren.

Mit dem deutlichen Ausbau der E-Mobilität sollte Deutschland nicht auf die eigene Zellfertigung verzichten. 2025 sei mit zehn Millionen Elektroautos auf den Straßen zu rechnen, jede Batterie koste zwischen 5.000 und 6.000 Euro. "Wir reden hier also von einem Umsatz zwischen 50 und 60 Milliarden Euro", so Diess. Angesichts dieses großen Betrages stünde es der deutschen Autoindustrie gut zu Gesicht, "wenn wir unseren Beitrag dazu leisten".