VW ID3 auf der IAA 2019

Flottenkunden melden bei Volkswagen Interesse an dem Elektroauto ID3 an. Interessant seien die allem für die Prozesse der Fahrzeugnutzung und die Gesamtkosten des Betriebs, heißt es von VW. Bild: Volkswagen AG

| von Andreas Reinshagen
Aktualisiert am: 27. Sep. 2019

Auch Flottenkunden sind an dem auf der IAA vorgestellten neuen Elektro-VW ID3 interessiert. Erste Gespräche mit Großkunden würden bereits geführt, sagte der Finanzvorstand von VW Financial Services, Frank Fiedler, im Interview mit Dow Jones Newswires. Zahlen wollte er nicht nennen. Dazu sei es noch zu früh. Flottenmanager interessierten sich vor allem für die Prozesse der Fahrzeugnutzung und die Gesamtkosten des Betriebs (Total Cost of Ownership). In dieser Hinsicht sei der ID3 für gewerbliche Kunden durchaus geeignet, so der Manager. Bei der bevorstehenden Marktoffensive für Elektroautos, die mit dem ID3 in der Golf-Klasse beginnt, wird der Absatzfinanzierer eine besonders aktive Rolle einnehmen. Rund 80 Prozent des Absatzes sollen vorrangig mit Leasingverträgen abgesichert werden, wie VW Financial Services bereits am Mittwoch erklärte. Bislang werden im Durchschnitt rund 60 Prozent aller in Deutschland verkauften Pkw aus dem VW-Konzern über die konzerneigene Finanztochter finanziert oder geleast. „Das Neue ist: Wir wollen das ganz aktiv anbieten“, so Fiedler. „Nicht: Du kannst das Auto auch leasen, sondern eigentlich handelt es sich dabei um das primäre Angebot.“ Damit nicht genug: Auch den Zweitnutzern des ID3 bietet Financial Services gezielt Leasing und Finanzierung an, um ihnen so die Angst vor dem Wertverlust zu nehmen. Fiedler spricht von einem „emotionalen Thema“, das die Kunden hier haben. Was passiere mit der Technologie in drei bis vier Jahren? Wer nehme das Restwertrisiko auf sich? Und: Werde das Fahrzeug noch ausreichend Reichweite haben? Erfahrungen damit hat auch VW Financial Services nicht. Gleichwohl sieht Fiedler keine erhöhten Risiken für sein Unternehmen. Sonderabschreibungen etwa stünden nur an, wenn binnen zwei Jahren ein neuer ID zu einem erheblich günstigeren Preis auf den Markt komme. Oder einer, der deutlich mehr könne. „Aber dann ist die Frage, ob das, was er mehr kann, auch wirklich einen Restwerteffekt hat“, sagt der Finanzchef. Fiedler rechnet eher nicht damit. Volkswagen will außerdem den Vertrieb seines elektrischen Hoffnungsträgers ID3 vor allem mit Hilfe von Leasingverträgen absichern. Verträge für 80 Prozent des Absatzes strebt demnach der konzerneigene Absatzfinanzierer VW Financial Services an, wie Jens Legenbauer, Sprecher der Geschäftsführung von Volkswagen Leasing auf der Automesse IAA vor Journalisten sagte. Allen Erstverträgen für den ID3 sollen weitere Leasing- oder Finanzierungsverträge folgen, um die Restwerte des Fahrzeugs zu erhalten.