Der bisherige VW-Konzern-Produktionsvorstand Prof. Dr. Jochem Heizmann wird das neu geschaffene

Der bisherige VW-Konzern-Produktionsvorstand Prof. Dr. Jochem Heizmann wird das neu geschaffene Vorstandsressort Konzern Nutzfahrzeuge mit Wirkung zum 1. Oktober 2010 leiten. - Bild: VW

Der Volkswagen-Konzern verbreitert vor dem Hintergrund seiner „Wachstumsstrategie 2018“ den Konzernvorstand. In diesem Zusammenhang werde ein neues Ressort ‘Konzern Nutzfahrzeuge’ geschaffen, heißt es aus Wolfsburg. Dieses übernimmt mit Wirkung zum 1. Oktober 2010 Prof. Dr. Jochem Heizmann (58).

Als Vorstand für den Bereich ‘Konzern Produktion’, Heizmanns bisherige Position, rückt Michael Macht (49) auf. Macht führte bislang die Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG in Stuttgart. Er verantwortet künftig im Konzern-Vorstand das Ressort Produktion und damit die Steuerung sämtlicher Werke des Volkswagen-Konzerns. Macht verlässt damit schon nach knapp einem Jahr seinen Posten als Vorstandsvorsitzender der Porsche AG.

Porsche: Müller folgt Macht

Der Aufsichtsrat der Porsche AG hat unterdessen Matthias Müller (57) mit Wirkung zum 1. Oktober 2010 zum neuen Vorstandsvorsitzenden berufen. Müller, der von der Volkswagen AG, Wolfsburg, an die Unternehmensspitze der Porsche AG wechselt, wird somit Machts Nachfolger. Der bisherige Leiter Produktplanung, Produktmanagement und Modellreihen für den VW-Konzern und die Marke Volkswagen, hat in den vergangenen drei Jahren die Produktlinienentwicklung innerhalb des Wolfsburger Konzerns erfolgreich vorangetrieben.

Matthias Müller, derzeit noch Generalbevollmächtigter, Leiter Produkte, beim Volkswagen-Konzern, wird am 1. Oktober 2010 als Nachfolger von Michael Macht neuer Porsche-Chef. Bild: VW

„Mit Matthias Müller gewinnen wir einen ausgewiesenen Produktexperten mit außergewöhnlicher Kompetenz für das Zusammenspiel eigenständiger Marken in einem integrierten und weltweit führenden Automobilkonzern. Mit diesem Wissen ist er Garant dafür, dass die Weltmarke Porsche ihre Spitzenposition nicht nur behaupten, sondern auch weiter ausbauen kann“, sagte Dr. Wolfgang Porsche, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Porsche AG, zur Ernennung des gebürtigen Chemnitzers.

Heizmann übernimmt VWs Nfz-Sparte

„Das Lkw-Geschäft ist ein entscheidender Bestandteil der Wachstumsstrategie des Volkswagen Konzerns. Entsprechend ihrer Bedeutung werden die Lkw-Aktivitäten zukünftig direkt vom Konzernvorstand gesteuert. Für diese strategische Aufgabe haben wir mit Prof. Heizmann einen überaus erfahrenen Vorstand gewonnen, der in den vergangenen Jahren die Produktivität der Volkswagen Produktion und damit die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns entscheidend verbessert hat“, betont Volkswagen-Chef Prof. Dr. Martin Winterkorn.

Heizmann könnte ab Oktober die VW-Töchter MAN und Scania zusammenführen und aus ihnen einen Konzernbereich für Lastwagen schmieden, spekuliert die Financial Times Deutschland. VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch wolle Scania und MAN zu einer tragenden Säule seiner Wachstumspläne machen. Der Wolfsburger Konzern hält 72 Prozent der Stimmrechte an Scania und knapp 30 Prozent an MAN. Dennoch arbeiten beide Lkw-Bauer noch nebeneinander her, machen sich gegenseitig Konkurrenz. Heizmann soll das ändern und die im Personenwagenbau so erfolgreich erprobte Modulstrategie auch in der neuen Lastwagensparte anwenden. Das Baukastensystem sieht vor, möglichst viele gleiche Teile zu verwenden, um so Kosten zu sparen. MAN und Scania haben ain der Vergangenheit eigene Baukästen entwickelt.

Löst bei Volkswagen Jochem Heizmann als Vorstand für den Bereich 'Konzern Produktion' ab: Michael Macht, bis dato Porsche-Chef. - Bild: Porsche

Macht soll Expansionsstrategie des Konzerns produktionsseitig weiter vorantreiben

„Als Nachfolger von Jochem Heizmann rückt mit Michael Macht ein ausgewiesener Produktionsexperte in den Vorstand des Konzerns auf. Er wird die bestehenden Produktivitätsziele des ‚Volkswagen Wegs’ mit Nachdruck verfolgen und die Expansion der Produktionskapazitäten des Konzerns weiter vorantreiben.“

Allein in China wird Volkswagen seine Kapazitäten bis 2013/14 auf jährlich rund drei Millionen Fahrzeuge verdoppeln. „Mit der breiteren Aufstellung des Konzernvorstands schaffen wir die Voraussetzung, die Ziele unserer Strategie 2018 noch konsequenter anzupacken“, so Winterkorn.

Außerdem wird Porsche-Qualitätschef Frank Tuch laut einer Meldung von FAZ.de ab dem 1. August dieselbe Funktion bei VW übernehmen. Noch wehrt sich der Porsche-Betriebsrat allerdings vehement gegen den von VW präferierten Plan, auch den Porsche-Entwicklungsvorstand Wolfgang Dürheimer durch den VW-Motoren-Experten Wolfgang Hatz zu ersetzen und Dürheimer zum Bentley-Chef zu machen.