VW-Chef Matthias Müller im Blitzlichtgewitter beim Vorabend-Empfang des Volkswagen-Konzerns auf dem

VW-Chef Matthias Müller im Blitzlichtgewitter beim Vorabend-Empfang des Volkswagen-Konzerns auf dem Genfer Automobilsalon. Bild: Volkswagen

VW-Chef Matthias Müller hat Ernst gemacht und die große Konzernsause in Genf eingeschrumpft auf Minimal-Niveau. Und das finden durch die Bank alle gut; zumindest, wenn man Journalisten, VW’s Presseleute und die Vorstände befragt. Der Leitgedanke des Abends - „get closer“ – hat scheinbar funktioniert.

Und endlich gab auch Nachrichten statt PS-Schau. Müller kündigte stolz VWs Aufbruch in das digitale Zeitalter an: „Für den Volkswagen Konzern rückt die digitale Transformation ganz auf der Agenda ganz nach oben.“ Man müsse die Krise nutzen, um den notwendigen Wandel zu beschleunigen. Müller: „Die Autoindustrie stehe vor dem nächsten großen Innovationssprung. Elektromobilität und Digitalisierung sind die beiden großen Zukunftsthemen und werden unser Geschäft in einer Konsequenz verändern, die vielen heute noch gar nicht bewusst ist. Unsere Branche wird eine ähnlich radikale Transformation erfahren wie zuvor bereits Medien, Handel und Unterhaltungselektronik. Wenn die Autoindustrie nicht Gefahr laufen will, zum Hardware-Lieferanten degradiert zu werden, dann müssen wir uns die großen technischen Trends jetzt selbst zunutze machen. Und zwar indem wir das Auto stärker aus Mobile Device sehen, unsere digitale Kompetenz aus bauen und selbst ein Stück weit mehr wie Apple, Google, Tesla oder Baidu denken: schnell, pragmatisch und visionär“.

Der Schlüssel zum Erfolg ist nach Müllers Aussagen, die automobile und die digitale Welt zu verbinden, so dass Kunden, Gesellschaft und Wirtschaft davon profitieren. Exzellente Autos zu bauen werde in Zukunft allein nicht ausreichen.

Der Höhepunkt des Abends war der Auftritt von Johann Jungwirth, dem neuen Chief Digital Officer des VW-Konzerns. Er leitet seit November 2015 den Bereich „Digitalisierung“ und machte in seiner Präsentation deutlich, wohin die Neuausrichtung des Konzerns zielt: „Ich bin der festen Überzeugung, dass wir bis 2025 zum führenden Mobilitätsanbieter avancieren werden.“ Dafür werde sich der Volkswagen Konzern „zum Teil zu einem Software- und Services-Konzern“ entwickeln. Der große Vorteil für Volkswagen liege mit Blick auf die Mobilität der Zukunft darin, dass „wir die Hardware – sprich: den Autobau – bereits perfekt beherrschen.“

Johann Jungwirth ist auch Sprecher auf dem AUTOMOBIL FORUM 2016 am 6./7. Juli 2016 in München. Mehr unter www.automobil-forum.de

Hier seine Präsentation in voller Länge als Video: