VW-Chef Prof. Martin Winterkorn

Martin Winterkorn: Mit 1,7 Milliarden Euro legt VW einen Rekordgewinn im ersten Quartal hin. - Bild: VW

Gewinn verdreifacht, Umsatz um ein Drittel gesteigert: Der Wolfsburger Konzern kommt seinem Ziel, den angeschlagenen Branchenprimus Toyota vom Thron zu stoßen, einen großen Schritt näher.

Erstmals setzte Volkswagen von Januar bis März zwei Millionen Autos ab, 14 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum. Unter dem Strich standen 1,7 Milliarden Euro Gewinn, mehr als dreimal so viel wie im Vorjahresquartal mit 473 Millionen Euro. Der Umsatz stieg im Auftaktquartal um über 30 Prozent auf 37,5 Milliarden Euro.

„Der Verlauf des ersten Quartals zeigt die Stärke und Robustheit des Volkswagen Konzerns“, sagte VW-Chef Martin Winterkorn bei der Veröffentlichung des Quartalsberichts am Mittwoch in Wolfsburg. Volkswagen habe das Wachstumstempo des Vorjahres gehalten.

Für das Gesamtjahr geht Winterkorn davon aus, dass Umsatz und operatives Ergebnis die Rekordwerte des Vorjahres erneut übertreffen werden. Risiken seien aber die schwankenden Zinsen und Wechselkurse sowie die Rohstoffpreise.

Nicht enthalten im Operativen Ergebnis des Konzerns ist das anteilige Ergebnis der chinesischen Gesellschaften in Höhe von 557 Millionen Euro. Diese Gewinne schlagen sich im Finanzergebnis nieder.

Auf dem Weg zum größten Autobauer der Welt

Vor allem die Kernmarke VW und die Premiumtochter Audi trugen zum Jahresauftakt zum Erfolg bei. Sie konnten ihre operativen Ergebnisse mehr als verdoppeln und steuerten jeweils 1,1 Milliarden Euro zum operativen Konzerngewinn von 2,9 Milliarden Euro bei. Sein finanzielles Polster hat der Konzern erneut verbessern können. Mit 19,6 Milliarden Euro in der Kasse – nach 18,6 Milliarden Ende 2010 – sieht sich VW für die anstehenden Herausforderungen gut gerüstet. VW will bis spätestens 2018 größter und profitabelster Autobauer der Welt werden.

Die prall gefüllte Kasse nährte immer wieder Spekulationen, dass VW auch die mit 3,9 Milliarden Euro bewertete andere Hälfte an Porsches Kerngeschäft kaufen könnte und nicht auf die bis Jahresende geplante Fusion wartet, die sich aufgrund steuerlicher und juristischer Unklarheiten ohnehin verzögern könnte. Zudem gibt es immer wieder Gerüchte, dass Volkswagen seinen Anteil an Suzuki erhöhen wolle.

Im Gesamtjahr will Volkswagen trotz der Turbulenzen auf den Rohstoff- und Finanzmärkten die Bestmarke des Vorjahres von 7,1 Millionen verkauften Autos erneut um mindestens 5 Prozent übertreffen sowie bei den Erlösen und dem operativen Gewinn neue Bestmarken setzen.

An der Frankfurter Börse sorgten die Zahlen für Kauflaune – und das, obwohl der Kurs bereits vor Veröffentlichung der Ergebnisse kräftig zugelegt hatte. Gegen Mittag notierte die VW-Vorzugsaktie bei 125,15 Euro, ein Plus von 3,7 Prozent zum Schlusskurs am Dienstag.

dpa/Dow Jones Newswires/Guido Kruschke