Hartmut Meine

Hartmut Meine: "Volkswagen steht ausgesprochen gut da. Insofern sind unsere Vorstellungen, dass dort eine Schippe drauf muss" - Bild: IG Metall

Beide Seiten wollten sich zu Details der Offerte am Montagabend zunächst jedoch nicht äußern. “Wir werden sehen, was geht und was nicht geht. Aber Sie haben bitte Verständnis dafür, dass ich das mit der IG Metall herausfinde”, sagte VW-Pkw-Personalchef Martin Rosik, der die Verhandlungen für den Konzern leitet.

Sein Gegenüber, IG-Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine, bekräftigte, dass VW auch dank seiner motivierten Mitarbeiter derzeit kerngesund sei. Deswegen müsse das Unternehmen auf den jüngst in der Fläche erreichten Tarifkompromiss noch etwas drauflegen.

Volkswagen muß “noch eine Schippe drauflegen”

“Volkswagen steht ausgesprochen gut da. Insofern sind unsere Vorstellungen, dass dort eine Schippe drauf muss”, sagte Meine und kündigte an, die Gespräche nach Möglichkeit zum Abschluss führen zu wollen. “Wir können uns vorstellen, heute auf Ziel zu verhandeln. Das hängt aber auch von Volkswagen ab.” Der Haustarif gilt für die 97.000 Beschäftigten der sechs westdeutschen VW-Werke Braunschweig, Emden, Hannover, Salzgitter, Wolfsburg und Kassel sowie die VW-Finanztochter mit ihren rund 5.000 tariflich bezahlten Beschäftigten.

Vor rund einem Jahr hatte sich die IG Metall “einen Schnaps mehr” erstritten, wie Meine es damals nannte. Die gut 100.000 Mitarbeiter im VW-Haustarif bekamen die Erhöhung aus dem Flächentarif der Metaller – 4,3 Prozent – ohne einen anfänglichen Nullmonat zum Start. Anders als bei den Kollegen lag das Plus damit etwa 0,3 Punkte höher.

Vor wenigen Tagen hatte die Gewerkschaft mit einem Pilotabschluss in Bayern erkämpft, dass es nach zwei anfänglichen Nullmonaten ohne Erhöhungen ein zweistufiges Plus von 5,6 Prozent gibt bei insgesamt 20 Monaten Laufzeit. Das gewollte Sahnehäubchen für den VW-Haustarif könnte die IG Metall nun über mehrere Hebel realisieren – etwa erneut über den Wegfall von Nullmonaten oder über Einmalzahlungen.

“Situation ist ernst und angespannt”

Rosik teilte aber nicht Meines Ansicht, dass es VW gut genug gehe für solche Extrawürste. “Es bleibt dabei: Die Situation ist ernst und angespannt”, sagte der Manager. “Wir werden mit der IG Metall darum verhandeln, dass wir unsere Wettbewerbsfähigkeit erhalten.”

Einigung erzielt

Arbeitgebern und Gewerkschaft ist der Durchbruch geglückt. “Die Einigung steht so gut wie”, sagte ein Sprecher der IG Metall am frühen Dienstagmorgen in Hannover. Zwar gelte es noch, letzte Details zu klären, und dementsprechend fehlten noch die Unterschriften unter dem neuen Vertragswerk. Doch der Kompromiss stehe ganz grundsätzlich.

Ein Konzernsprecher bestätigte die Angaben der Gewerkschaft, machte aber ebenfalls keine näheren Angaben zur Einigung. Beide Seiten verwiesen auf eine gemeinsame Pressekonferenz am Vormittag um 10 Uhr.

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dpa/Guido Kruschke