VW Passat Produktion

Die VW-Werker im Haustarif können sich über eine Prämie von fast 4.000 Euro freuen. Bild: Volkswagen

"Die Auszahlung erfolgt mit dem Entgelt im Mai", schrieb VW-Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh am Pfingstmontag in einem Brief an die Belegschaft, der über eine Internetseite der IG Metall abrufbar war. Betriebsrat und Konzernspitze hatten am Freitag die Prämie für die Mitarbeiter beschlossen. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), Mitglied im VW-Aufsichtsrat, begrüßte die Einigung.

Der Streit um die Prämien für die VW-Vorstände geht hingegen weiter. SPD-Chef Sigmar Gabriel kritisierte, es sei "Wahnsinn", "dass sich Unternehmensvorstände wie etwa die von VW mitten in der größten Krise millionenschwere Boni genehmigen". Er sagte dem Spiegel: "Die Wut der Menschen über solche Praktiken ist riesengroß." Gabriel forderte seine Partei auf, "dieser Wut eine Stimme zu geben".

Die Rekordverluste 2015 treffen allerdings auch die Konzernvorstände: Deren Einkommen reduzieren sich ganz normal im vereinbarten Berechnungsmodus spürbar, da das schlechte Geschäftsjahr seine Spuren hinterlässt - ähnlich ist es auch beim Bonus der Tarifmitarbeiter. Darüber hinaus verzichten die Vorstände zunächst auf einen Teil der variablen Vergütung, der auf drei Jahre zurückgestellt und von der Entwicklung des Aktienkurses abhängig gemacht wird.

Neuer juristischer Ärger droht dem Autobauer von seinem viertgrößten Anteilseigner: Der staatliche norwegische Pensionsfonds NBIM kündigte eine Klage gegen VW an.

"Als Investor ist es unsere Verantwortung, die Anteile des Fonds an Volkswagen zu beschützen", teilte der NBIM mit. Fonds-Top-Manager Petter Johnsen sagte der Financial Times: "Das VW-Management hätte über die Manipulationssoftware Bescheid wissen müssen." Der Pensionsfonds ist mit einem Marktwert von rund 750 Milliarden Euro der weltgrößte seiner Art und hält rund 1,64 Prozent stimmberechtigte Anteile an VW. Wegen der Kursverluste der VW-Aktie hatte er Hunderte Millionen Euro verloren. Ein VW-Sprecher wollte die Androhung nicht kommentieren. Zuvor hatten bereits mehrere institutionelle Anleger Klagen auf Schadenersatzforderung eingereicht, zudem laufen Verfahren in den USA. Weltweit drohen Milliardenstrafen.