Projekt Trinity von Volkswagen

Das Trinity-Projekt von Volkswagen soll Mitte der Dekade starten - unter anderem an einem neuen Standort in Wolfsburg. (Bild: Volkswagen)

Das Vorhaben gilt als einer der entscheidenden Punkte in der Investitionsstrategie für die kommenden fünf Jahre. Der Aufsichtsrat muss der neuen Produktionsstätte noch zustimmen. Die endgültige Entscheidung fällt möglicherweise bis zum 9. Dezember - an diesem Tag soll die mittelfristige VW-Investitionsplanung abgeschlossen werden.

Kernmarkenchef Ralf Brandstätter sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, auf dem Wolfsburger Werksgelände gebe es keine großen ungenutzten Flächen. Trinity werde ein Auto neuen Typs mit wenigen Varianten und einer schlanken Produktion. "Die nötigen Umbaumaßnahmen könnten wir in der vorhandenen Struktur bei laufendem Betrieb nur mit kostenintensiven Maßnahmen realisieren. Deshalb halten wir eine neue Fabrik im Umland für die beste, weil wirtschaftlichste Lösung", erläuterte der VW-Manager. Im Stammwerk in Wolfsburg würden weiter Autos gebaut. "In den nächsten Jahren werden das vor allem Golf und Tiguan sein", sagte Brandstätter. Auf zwei Linien würden weiterhin Verbrenner gefertigt. Auf den frei gewordenen Flächen wolle man eine weitere Trinity-Variante produzieren.

Der Betriebsrat hatte zuletzt kritisiert, dass Konzernchef Herbert Diess etwa vor dem Hintergrund der anhaltenden Chipkrise keine hinreichende Strategie für eine stärkere Auslastung Wolfsburgs habe. Zudem forderte die Belegschaftsvertretung mindestens ein weiteres E-Modell für die Zentrale ab etwa 2024. Diese Frage sei noch nicht entschieden, sagte Brandstätter dem RND. "Darüber reden wir gerade, aber klar ist: es muss wirtschaftlich Sinn ergeben."

Bei Trinity handelt es sich um ein komplett neu konzipiertes Fahrzeugsystem, in dem dann die modernsten E-Antriebe sowie weitgehend selbst programmierte Software, Connected-Car-Funktionen und Technologien des autonomen Fahrens von VW zum Einsatz kommen sollen. Dazu verwendet die Hauptmarke eine weiterentwickelte Plattform namens SSP, auf die auch Töchter zugreifen können. Auf dieser technischen Basis sollen insgesamt mehr als 40 Millionen Wagen entstehen. Die Errichtung der Produktionsstätte könnte nach Schätzungen aus Konzernkreisen mindestens einige hundert Millionen Euro kosten.

Milliardeninvestitionen in Lateinamerika

Nicht nur am Hauptsitz in Wolfsburg plant Volkswagen neue Investitionen. In den kommenden fünf Jahren möchte der Hersteller zudem rund eine Milliarde Euro aufbringen, um die eigene Präsenz im lateinamerikanischen Markt auszubauen. Im Fokus stehen dem Konzern zufolge neben lokalen Fahrzeugprojekten vor allem die Digitalisierung und Dekarbonisierung. Unter anderem setze man dabei auf den Betrieb eines eigenen Forschungszentrums für Bio-Fuels als Brückentechnologie auf dem Weg zum E-Antrieb.

Volkswagen rechnet trotz der Corona-Pandemie und dem grassierenden Chipmangel in der Autobranche damit, 2021 damit, in Lateinamerika Gewinne zu erzielen. Zuletzt war dies dem Hersteller 2013 gelungen.

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dpa