Thomas Sedran, VW Nutzfahrzeuge

Thomas Sedran erteilt dem flächendeckenden autonomen Fahren der Stufe fünf eine Absage – damit ist er nicht der Erste. Bild: Volkswagen

| von Stefan Grundhoff

Kosten und Komplexität würden die weltweite Einführung der Level-5-Technologie für autonome Fahrzeuge untergraben, so Sedran gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. „Es wird weitere fünf Jahre dauern, um die Technologie zu entwickeln, um ein höheres Maß an Autonomie zu erreichen“, erklärt Sedran. "Können Sie einen Geschäftsfall sehen, der diese Gemeinkosten für diesen Zeitraum rechtfertigt? Level 5 wird niemals global sein: Sie benötigen überall mobile Infrastruktur der neuesten Generation sowie ständig aktualisierte, hochauflösende digitale Karten. Und Sie benötigen immer noch nahezu perfekte Straßenmarkierungen. Dies ist in sehr wenigen Städten der Fall. Und selbst dann funktioniert die Technologie nur bei idealen Wetterbedingungen. Wenn auf der Straße bei starkem Regen große Pfützen entstehen, zwingt dies bereits dazu, dass ein Fahrer eingreift.“

Sedran sagte ferner, dass die Kosten für Sensoren gesenkt werden müssten und dass die Ausrüstung für ein hochautomatisiertes Fahrzeug der Stufe drei derzeit etwa 50.000 Euro koste. „Wir müssen die Technologiekosten der Sensoren auf etwa 6.000 bis 7.000 Euro senken. Dies erfordert zum Beispiel Quantensprünge bei der Innovation der Lidartechnologie“, legt der VW-Nutzfahrzeug-Chef nach.