Bernd Osterloh VW

Seine Stimme hat Gewicht: Bernd Osterloh, Betriebsratschef von VW. Bild: Volkswagen

Osterloh erklärte gegenüber dem Wirtschaftsmagazin Bilanz: "Wir sollten andere nur dann beteiligen, wenn es unbedingt notwendig ist." Er wendet sich damit indirekt gegen Pläne im Hause, wie mögliche Straf- und Schadenersatzzahlungen im Zusammenhang mit "Diesel-Gate" beglichen werden können.

Lkw-Vorstand Andreas Renschler etwa will die VW-Töchter MAN, Scania und VW-Nutzfahrzeuge zu einer schlagkräftigen Einheit verbinden. Das würde dem Konzern die Chance eröffnen, einen Minderheitsanteil an der Börse zu verkaufen. Für die Platzierung von jeweils 49 Prozent von MAN und Scania berechneten Fachleute mögliche Einnahmen zwischen zehn und 15 Milliarden Euro, ein integrierter Lkw-Konzern könnte einiges mehr bringen.

Renschler würde die Milliarden gern einsetzen, um den Rückstand auf Marktführer Daimler zu verkürzen. Doch angesichts der gewaltigen Lasten, die der Volkswagen-Konzern als Folge des Dieselskandals gewärtigen muss, könnten einige Wolfsburger Größen dafür plädieren, den Erlös eines möglichen Börsengangs zur Bezahlung der drohenden Sanktionen zu nutzen. Bisher hat Volkswagen dafür 16,2 Milliarden Euro zurückgestellt. Doch das könnte Experten zufolge kaum reichen.

Dazu kommen anstehende Milliardeninvestitionen in neue Techniken. "Das Geld für Strafzahlungen und Entschädigungen wird uns beim Umbau des Unternehmens fehlen. So ist es leider", räumt Osterloh ein. Umso wichtiger sei es, dort effizienter zu werden, wo es der Kunde nicht merkt. "Unsere Vorschläge dazu liegen vor", sagt der Betriebsratschef in Richtung Unternehmensführung.