VW Gläserne Manufaktur

Unterwegs in die Zukunft: Kinder experimentieren an einem Versuchsaufbau in der Gläsernen Manufaktur in Dresden, nun ein "Schaufenster für Elektromobilität". VW investiert kräftig in E-Mobility und neue Technik. Bild: Volkswagen

Der Volkswagen-Konzern will mit Milliardeninvestitionen in die E-Mobilität den tiefgreifenden Wandel der Branche bewältigen.  In die Entwicklung von E-Autos, autonomes Fahren und die Digitalisierung sollen von 2018 bis 2022 mehr als 34 Milliarden Euro fließen, teilte Volkswagen am Freitag (17. November) in Wolfsburg nach Beratungen des Aufsichtsrats mit. Damit würden die Voraussetzungen geschaffen, Volkswagen bis 2025 zur "weltweiten Nummer Eins in der Elektromobilität zu machen", sagte Konzernchef Matthias Müller.

"Das Auto wird gerade neu erfunden. Wir investieren gezielt und aus eigener Kraft die dafür nötigen Mittel in die Digitalisierung, ins Autonome Fahren, in die Elektromobilität, in neue Mobilitätsdienste. Wir tun das aber, ohne die aktuellen Technologien und Fahrzeugprojekte zu vernachlässigen. Denn damit verdienen wir auf absehbare Zeit unser Geld", sagte Müller weiter.

Gleichzeitig stellt Volkswagen seinen Produktionsverbund neu auf: Der Standort Zwickau wird für den Start der ersten europäischen Serienproduktion von Elektrofahrzeugen auf der MEB-Plattform zum reinen E-Mobilitäts-Werk umgestaltet. Weitere Standortentscheidungen dazu würden bei den einzelnen Marken mit der weiteren Umsetzung der „Roadmap E" getroffen, so das Unternehmen. Außerdem wird die gesamte VW-Passat-Familie ab Ende 2018 am Standort Emden konzentriert und die VW-Golf-Familie wird ab der nächsten Fahrzeuggeneration in Wolfsburg gebündelt.

In seiner Elektrostrategie "Roadmap E" hat sich Volkswagen das Ziel gesetzt, dass im Jahr 2025 etwa jedes vierte neue Fahrzeug des Konzerns rein batterieelektrisch angetrieben werden soll. Je nach Marktentwicklung könnten dies bis zu drei Millionen E-Autos jährlich sein, so Volkswagen. Bis 2030 will das Unternehmen sein gesamtes Modellportfolio elektrifizieren, dann wird es dementsprechend von jedem der rund 300 Konzernmodelle mindestens eine E-Variante geben. Der Konzern hat dafür eines der größten Beschaffungsvolumen ausgeschrieben: mehr als 50 Milliarden Euro sollen in Batteriezellen fließen.

Insgesamt will Volkswagen aber trotz der geplanten Großinvestitionen sowohl die Sachinvestitions- als auch die Forschungs- und Entwicklungskostenquote im Konzernbereich Automobile deutlich senken. Beide Kennziffern werden nach der heute verabschiedeten Planungsrunde bereits ab 2020 auf das "wettbewerbsfähige Niveau" von jeweils 6,0 Prozent sinken, so Volkswagen. "Das belegt, dass unsere Strategie auf einer soliden Basis steht und wir unsere anspruchsvollen Konzernziele voll und ganz bestätigen können", sagte VW-Finanzvorstand Witter. Im Jahr 2016 hatte die entsprechende Sachinvestitionsquote noch 6,9 Prozent betragen.