Hans Dieter Pötsch. Bild: Volkswagen

VW-Chefkontrolleur Pötsch: es gab eine Haltung bei VW, Regelverstösse zu tolerieren. Bild: Volkswagen

Die Volkswagen-Spitze hat bei der Suche nach Verantwortlichen für den weltweiten Diesel-Skandal weiterhin nur einen relativ kleinen Kreis von Verdächtigen im Visier. “Wir halten es für wahrscheinlich, dass nur eine überschaubare Zahl an Mitarbeitern aktiv zu den Manipulationen beigetragen hat”, berichtete Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch am Donnerstag (10.Dezember) bei der Vorlage eines Zwischenstands zu den Ermittlungen in Wolfsburg.

Inzwischen habe man 102 Terrabyte Daten gesichert, über 1500 elektronische Datenträger von mehr als 400 Beschäftigten eingesammelt, um Spuren und Hinweise auf den Ursprung der Affäre zu finden. Es seien zudem 87 ausführliche Interviews im Rahmen der Ermittlungen geführt worden. Ausdrücklich verwies Pötsch darauf, dass dies nicht alles Mitarebiter seien, die im Verdacht stehen. Man brauche aber die Vielzahl an Daten, um die Affäre grundlegend aufzuklären. Insgesamt arbeiten 450 interne und externe Experten an der Aufklärung der Affäre. Keinen Hehl machten Müller und Pötsch daraus, dass eine der wesentlichen Ursachen in den hierarchischen Strukturen liege und es eine Haltung gegeben habe, Regelverstösse zu tolerieren.

Die operative Verantwortung für die Aufklärung der Dieselaffäre wurde an Javier Garcia Sanz übertragen.

Als Reaktion auf den Skandal werde VW unter anderem in der Entwicklungsarbeit strenger auf die Einhaltung von Regeln zu achten. So werde etwa bei der Software-Entwicklung für Motorsteuergeräte konsequent auf das Vier-Augen-Prinzip gesetzt, um Manipulationen zu erschweren.

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fv/dpa