Michael Horn breit

VW-US-Chef Michael Horn: mit simplen Software-Updates ist es bei der Mehrzahl der vom Abgas-Skandal betroffenen Autos in den USA nicht getan. – Bild: VW

Eine der zentralen Fragen an den Autobauer lautet derzeit: was passiert bei der Rückrufaktion, damit die vom Diesel-Skandal betroffenen Fahrzeuge nach Ausbau der Manipultaions-Software die in den USA geltenden Stickoxyd-Grenzwerte erreichen? VW-US-Chef Horn räumte in diesem Zusammenhang vor dem US-Kongress ein, dass es bei der großen Mehrzahl der 482.000 Autos mit einem simplen Software-Update nicht getan ist. So müsse bei 325.000 Fahrzeugen, die mit der ersten, von 2009 – 2014 gebauten Generation des EA 189 2.0-Liter-Dieselmotors unterwegs sind, tiefer in das Abgassystem eingegriffen werden. Möglicherweise müsse beispielsweise ein komplettes System zur Harnstoffeinspritzung nachgerüstet werden. Die voraussichtliche Arbeitszeit für die anstehenden Maßnahmen beziffert Horn mit “fünf bis zehn Stunden” pro Auto. Auch bei Fahrzeugen mit der zweiten Entwicklungsstufe des Motors an Bord – betroffen sind 90.000 VW Passat der Baujahre 2012-14 – müsse möglicherweise in die Hardware eingegriffen werden.

Lediglich bei VW-Modellen mit der dritten Generation des Motors, 67.000 VW der Buajahre 2015-16, sei es mit einem Software-Update getan.

Mit diesem einfachsten Fall der Manipulations-Behebung startet auch die Rückrufserie zu Beginn des Jahres 2016. Die erste Modellgeneration dagegen ist erst Ende 2016 dran, dazwischen die Autos mit Motoren der zweiten Generation.

Horn sagte, dass man derzeit Entschädigungszahlungen für die Autobesitzer prüfe, ebenso ein Rückkaufprogramm. Ob es sich beispielsweise lohnt, einen 2009er VW aufwändig nachzurüsten wird von Experten stark bezweifelt.

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Frank Volk