VW USA Chattanooga breit

Im Jahresverlauf lief das VW-Geschäft immer schlechter. Das gipfelte im Dezember in einem Einbruch von knapp 23 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. - Bild: VW

Nicht zuletzt mangels neuer Modelle schrumpften die Verkäufe der Kernmarke VW 2013 um annähernd sieben Prozent auf 408.000 Stück, wie das Unternehmen am Freitag bekanntgab. So musste sich der inzwischen drei Jahre alte US-Passat jüngeren Konkurrenten wie dem Ford Fusion – dem US-Schwestermodell des Mondeo – geschlagen geben.

Die großen Rivalen ziehen davon

Im Jahresverlauf lief das VW-Geschäft immer schlechter. Das gipfelte im Dezember in einem Einbruch von knapp 23 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Zum Teil dürfte daran auch das schlechte Wetter schuld gewesen sein, das Kunden vom Besuch beim Händler abhielt.

Dies bekamen auch die zwei Erzrivalen Toyota und General Motors zu spüren, mit denen VW um die Weltspitze ringt. Sie verzeichneten in den USA zwei beziehungsweise sechs Prozent weniger Dezember-Verkäufe. Dagegen konnten Ford und Chrysler im gleichen Maße zulegen. Aufs Jahr gesehen verkauften alle diese Hersteller allerdings zwischen sieben und elf Prozent mehr Wagen.

Premium-Töchter Porsche und Audi sorgen für Lichtblick

VW verlor damit Marktanteile. 2012 hatten die Wolfsburger noch das beste Ergebnis in vier Jahrzehnten eingefahren. Seit 2009 hatte die Marke ihre Verkäufe im Land in einem Kraftakt mehr als verdoppelt. Damals neue Modelle wie Passat und Jetta sowie Preissenkungen lockten die US-Kunden an. 2013 aber kehrte Ernüchterung ein.

Für einen Lichtblick sorgten die Premiumschwestern Audi und Porsche. Beide fuhren in den USA Rekorderverkäufe ein. US-Chef Scott Keogh zeigte sich auch für das neue Jahr optimistisch, unter anderem dank der neuen A3-Limousine. Ins gleiche Horn stößt Porsches Landeschef Detlev von Platen: “Wir starten mit der jüngsten Modellfamilie aller Zeiten ins Jahr.” Neuester Zugang ist der kompakte SUV Macan.

Mercedes-Benz entscheidet Premium-Duell für sich

Im Duell um den US-Thron der Premium-Marken behielt Mercedes-Benz gegen knapp die Oberhand. Trotz eines satten Endspurts im Dezember konnten die Münchner nicht an Daimlers Kernmarke vorbeiziehen. Sie steigerten ihren Absatz 2013 zwar um zehn Prozent auf gut 309 000 Autos, blieben damit aber hinter dem Rivalen zurück, der um 14 Prozent auf gut 312 500 Wagen zulegte.

Nach dem neuerlichen Verkaufsrekord kündigte Daimlers US-Chef Steve Cannon für 2014 “ein weiteres phänomenales Jahr” an. Vor allem das neue Coupe CLA, das die Stuttgarter erst seit 2013 verkaufen, gab der Marke einen Schub. Außerdem legten wie bei Audi die Geländelimousinen deutlich zu. In gut einer Woche stellen die Stuttgarter auf der Automesse in Detroit außerdem ihre neue C-Klasse vor, von der sie sich weitere Impulse erhoffen.

Volkswagen wartet auf deutlichen Schub

Bei VW steht indes noch die Entscheidung über einen neuen Geländewagen speziell für den nordamerikanischen Markt aus, der einen deutlichen Schub bringen dürften. Schon Anfang 2013 hatte VW seine Studie Crossblue in Detroit vorgestellt.

Kurz vor dem Ende des enttäuschenden Jahres hatte Volkswagen den Abgang seines US-Chefs Jonathan Browning vermeldet. Der Manager kehre aus persönlichen Gründen nach Großbritannien zurück, hieß es.

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dpa/Guido Kruschke