Der Racemo von Tata Motors steht auf der neu entwickelten AMP-Plattform

Der Racemo von Tata Motors steht auf der neu entwickelten AMP-Plattform; Bildquelle: press-inform

Die Absichtserklärung sieht vor, dass die beiden Konzerne im Bereich einer Fahrzeug-Architektur, bei Motoren und bezüglich des gemeinsamen Komponenteneinkaufs kooperieren wollen. Die beiden Unternehmen arbeiten nach Informationen von IHS Markit seit zwölf Monaten an diesem Vorvertrag.

Tata-Motors-Chef Günter Butschek bekräftigt gegenüber AUTOMOBIL PRODUKTION im Interview, dass viele Kooperationsmöglichkeiten denkbar sind. Beispielsweise, dass Tata Motors in einem Joint-Venture auch für Volkswagen Fahrzeuge fertigen könnte.

AMP im Tausch für MQB-A0

Butschek befindet sich seit Jahresbeginn mit dem VW-Markenchef Herbert Diess und dem VW-Konzern-Strategiechef Thomas Sedran im Gespräch. Konkret geht es um die Nutzung der von Tata Motors entwickelten AMP-Plattform (advanced modular platform), die Tata auf dem Genfer Autosalon erstmals unter dem neuen Markennamen Tamo als Sportwagenmodell Racemo präsentierte. Im Gegenzug sollen die Inder Zugang zu Technologien aus dem Konzern erhalten.

Tata interessiert sich für die Nutzung der MQB A0-Plattform von VW. Diese feierte ebenfalls in Genf ihr Debüt und zwar im neuen Seat Ibiza.

Das langwierige Thema „Budget Car“ wäre dann für den VW-Konzern zum Teil vorangekommen - durch diese Möglichkeit des Low-Cost-Cars mit Tata Motors. Bisher bietet VW in Indien den Polo und den Vento an – mit kläglichem Erfolg. 2012 war der Versuch gescheitert, den VW Up erfolgreich in Indien zu platzieren. Maruti Suzuki hat mit 47 Prozent den dominantesten Marktanteil, gefolgt von Hyundai Motor mit 17 Prozent. Volkswagens Marktanteil liegt noch unter fünf Prozent. Gleiches gilt für Tata Motors in Indien: Erfolgsmeldungen aus der Autosparte gibt es derzeit nur im Zusammenhang mit der britischen Tochter Jaguar Land Rover.

Kein "Budget Car" für China

Außerdem hat der Volkswagen Konzern in China ebenfalls ein Memorandum of Understanding (MoU) mit Anhui Jianghuai Automobile (JAC) unterzeichnet – allerdings schon im September 2016. Das Ziel ist die gemeinsame Entwicklung und Produktion von Elektrofahrzeugen in China im Rahmen eines Joint-Ventures.

Auch im Kontext mit China findet das Thema „Budget Car“ nun endlich ein glückliches Ende. Denn in China wird der VW-Konzern kein „Low Cost Car“ mehr bringen, verriet Herbert Diess kürzlich in Detroit. Die chinesischen Kunden seien nicht mehr für Fahrzeuge zu begeistern, wo sie Abstriche machen müssten. „In China muss ein Fahrzeug voll vernetzt sein, bis ins kleinste Segment“, so Diess gegenüber AUTOMOBIL PRODUKTION. Daher plant Volkswagen für den Markt in China und zusammen mit JAC drei Fahrzeuge in zwei verschiedenen Segmenten. Nach Informationen der chinesischen Medien soll die gemeinsame Strategie von VW und JAC auf der diesjährigen Autoshow in Shanghai bekannt gegeben werden.

Gleichzeitig will Volkswagen mit den beiden JV-Partnern SAIC Motor und China FAW Group Elektrofahrzeuge auf der konzerneigenen MEB-Plattform entwickeln und diese bis 2020 oder 2021 in China auf den Markt bringen.