Toyota Yaris breit

Dank eines Umsatzwachstums von zwei Prozent auf 48,4 Milliarden Euro konnte Toyota Volkswagen sogar vom Spitzenplatz im Umsatz-Ranking verdrängen. - Bild: Toyota

Während die deutschen Konzerne mit sinkendem Umsatz (minus drei Prozent) und deutlich rückläufigem Gewinn (minus 28 Prozent) kämpften, konnten die japanischen Autohersteller ihren Umsatz um sechs Prozent und den Gewinn sogar um 72 Prozent steigern ? und das, obwohl die Zahl ihrer verkauften Fahrzeuge um vier Prozent zurückging.

Dank eines Umsatzwachstums von zwei Prozent auf 48,4 Milliarden Euro konnte Toyota Volkswagen sogar vom Spitzenplatz im Umsatz-Ranking verdrängen ? der Umsatz des Wolfsburger Konzerns ging im Vergleich zum Vorjahresquartal um zwei Prozent auf 46,6 Milliarden Euro zurück.

Japaner arbeiten deutlich profitabler

Zudem arbeiteten die japanischen Konzerne deutlich profitabler: In den Monaten Januar bis März 2013 betrug ihre EBIT-Marge 6,9 Prozent, bei den deutschen Herstellern lag sie lediglich bei 5,9 Prozent. Zurückzuführen ist die Erfolgsgeschichte aus Nippon vor allem auf den schwachen Yen, aber auch auf erhebliche Effizienzsteigerungen seitens der japanischen Unternehmen.

Auf lange Sicht erweisen sich die deutschen Autokonzerne allerdings immer noch als erfolgreicher als die Konkurrenz aus Asien: Im 10-Jahres-Vergleich stiegen die Umsätze und Gewinne der deutschen Unternehmen (plus 71 bzw. plus 140 Prozent) deutlich stärker als diejenigen der japanischen Konzerne (plus 22 bzw. plus 6 Prozent).

Und immerhin konnte BMW seine Position als margenstärkster Autokonzern der Welt trotz eines leichten Margenrückgangs von 11,7 auf 11,6 Prozent verteidigen. Mit deutlichem Abstand folgen Hyundai (8,7 Prozent) und Toyota (8,6 Prozent).

Weltweit stagnierte in den Monaten Januar bis März 2013 die Autobranche: Die größten Automobilunternehmen der Welt konnten im ersten Quartal nur ein geringes Umsatz- und Absatzwachstum generieren (jeweils plus einen Prozent), die Gewinne waren sogar leicht rückläufig (minus 0,1 Prozent).

Die meisten Autos verkaufte im ersten Quartal dieses Jahres General Motors: Der US-Konzern steigerte den Absatz um vier Prozent auf 2,4 Millionen Fahrzeuge. Toyotas Verkäufe gingen um fünf Prozent auf 2,2 Millionen zurück, während Volkswagen als Drittplatzierter seinen Absatz um sechs Prozent auf 2,1 Millionen Autos erhöhte. Besonders schwierig ist die Lage in Westeuropa: Hier verkauften die Konzerne acht Prozent weniger Fahrzeuge als im Vorjahresquartal, während in den USA ein Plus von sechs Prozent und in China sogar ein Wachstum von neun Prozent erreicht werden konnte.

Schwacher Yen beflügelt Japans Autoindustrie

Angesichts der massiven Absatzkrise in Westeuropa bläst den deutschen Autoherstellern der Wind ins Gesicht: Ihr Umsatz sank im ersten Quartal dieses Jahres um drei Prozent auf 90,2 Milliarden Euro. Im selben Zeitraum steigerten die Autokonzerne aus Japan ihren Umsatz um sechs Prozent auf rund 111,1 Milliarden Euro. Die US-Konzerne legten dank des starken amerikanischen Absatzmarktes um zwei Prozent zu, die südkoreanischen Hersteller erzielten ebenfalls ein Plus von zwei Prozent. Schlechter als die deutschen Konzerne entwickelten sich die südeuropäischen Hersteller, deren Umsatz um sieben Prozent zurückging.

Und während BMW, Daimler und Volkswagen im ersten Quartal 2013 allesamt geringere Umsätze generierten als im Vorjahresquartal, konnten alle sechs untersuchten japanischen Hersteller Zuwächse einfahren. Mazda erwirtschaftete mit 14 Prozent das höchste Umsatzplus unter allen analysierten Unternehmen.

 

Auch bei den Gewinnen haben die Unternehmen aus Fernost eindeutig die Nase vorn. Während die deutschen, südkoreanischen und US-Hersteller jeweils insgesamt Gewinneinbußen im zweistelligen Prozentbereich meldeten, klingelten bei den Japanern die Kassen: Ihr Gesamt-EBIT belief sich auf insgesamt 7,7 Milliarden Euro ? 72 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die japanische Autoindustrie ist im Aufwind ? und der wichtigste Grund dafür ist die lockere Geldpolitik im Land, erläutert Peter Fuß, Partner bei Ernst & Young: “Der schwache Yen stärkt die Exportwirtschaft ? und damit auch die stark exportabhängige Automobilindustrie. Doch die japanischen Konzerne haben auch ihre Hausaufgaben gemacht: Hohe Qualitätsvorgaben, Effizienzoffensiven und eine intelligente Preispolitik zeigen nun Erfolge. Mit den Japanern müssen die deutschen Top-Konzerne wieder verstärkt rechnen.”

Krise in Westeuropa hält an

Trotz der im Monat April auf den ersten Blick leicht positiven Entwicklung der Absatzzahlen in Westeuropa bleibt Fuß skeptisch: “Von einer Trendwende in Westeuropa kann vorerst keine Rede sein ? im besten Fall ist nun die Talsohle erreicht.” Die Absatzzahlen dürften vorerst auf niedrigem Niveau stagnieren: “Natürlich haben viele Europäer in der Krise Autokäufe aufgeschoben, sodass der Bedarf an Neuwagen grundsätzlich hoch ist. Allerdings befindet sich die Konjunktur in den europäischen Krisenländern nach wie vor im Abwärtsstrudel und die Arbeitslosigkeit steigt weiter”, gibt Fuß zu bedenken.

Schließlich sind die europäischen Konzerne in besonderem Maß vom westeuropäischen Markt abhängig: Die deutschen Hersteller verkaufen mehr als jedes dritte Auto (35 Prozent) in Westeuropa, bei den südeuropäischen Herstellern (PSA, Renault, Fiat) sind es sogar vier von zehn Fahrzeugen (42 Prozent). Zum Vergleich: Bei den US-Unternehmen lag der Anteil Westeuropas am Gesamtabsatz im ersten Quartal 2013 lediglich bei 13 Prozent, bei den japanischen Konzernen waren es sogar nur sechs Prozent.

Absatzkrise in Europa hält Autobauer weiter in Atem

“Aufgrund der Absatzkrise in Westeuropa und des anhaltenden Preisdrucks im Volumengeschäft bleibt die Situation vor allem für die südeuropäischen Hersteller extrem schwierig”, stellt Fuß fest. “Aber auch die deutschen Hersteller stehen unter enormem Druck: Um weiter ganz oben mitspielen zu können, müssen sie ihre Effizienzbemühungen weiter steigern, noch stärker auf die Wachstumsmärkte in Übersee setzen und dort mit attraktiven Produkten vertreten sein”, sagt Fuß. Mittelfristig stünden die Chancen aber nicht schlecht: “Mit ihren starken Marken und ihrer führenden Position im wachsenden Premiumsegment sind die deutschen Konzerne grundsätzlich gut aufgestellt. Fest steht aber auch: Die fetten Jahre sind vorerst vorbei ? der Wettbewerb ist gnadenlos und die Ausgangslage für europäische Hersteller derzeit denkbar ungünstig.”

Das sind Ergebnisse einer Analyse der Finanzkennzahlen der 17 größten Autokonzerne der Welt, die die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young quartalsweise erstellt.

Die gesamte Studie können Sie sich hier als PDF-Dokument herunterladen.

Peter Fuß, Ernst & Young GmbH
© Ernst & Young GmbH