Absatz, Pkw, CAM

Für eine größere Darstellung bitte auf die Grafik klicken. Berechnung: Volkswagen ohne MAN/Scania; Toyota ohne Hino; Daimler inkl. Mercedes, smart und Vans ohne Lkw. Quelle: CAM;

Die 17 größten Automobilhersteller konnten im Jahr 2014 auf Konzernebene ihren globalen Absatz um 3,8 Prozent auf den Rekordwert von 74,9 Millionen Pkw steigern (inkl. leichter Nutzfahrzeuge). Zu den globalen Absatzgewinnern zählen vor allem die deutschen Konzerne Daimler (+9,9 Prozent), BMW (+7,9 Prozent) sowie Volkswagen (+4,5 Prozent). Auch Hyundai konnte mit +5,9 Prozent deutlich zulegen. Auch die kleinen japanischen Hersteller Subaru (+15,6 Prozent) und Mazda (6,6 Prozent) sowie Jaguar-Land Rover steigerten ihre ihre Pkw-Verkäufe stark. Unterdurchschnittlich entwickelten sich Ford (-0,1 Prozent), Suzuki (+1,0 Prozent) sowie GM und Toyota. Das ergibt eine aktuelle Auswertung des Center of Automotive Managemen (CAM) in Bergisch Gladbach.

Erfolg und Misserfolg hängen immer stärker an der Positionierung der Automobilhersteller in den zwei großen Wachstumsmärkten China und USA, wo allein im zurückliegenden Jahr der Automobilabsatz um 3 Millionen Pkw. anstieg. Mit einem Zuwachs von 12 Millionen Pkw seit dem Jahr 2010 bestimmen diese beiden Regionen bald über die Hälfte des globalen Automobilabsatzes, so das CAM. Im gleichen Zeitraum gingen in Westeuropa trotz der Erholung im letzten Jahr (+4,8 Prozent) die Pkw-Verkäufe um rund 0,9 Millionen zurück.

Der VW-Konzern hielt im vergangenen Jahr seinen Marktanteil in China und setzte im Gleichschritt mit GM dort bereits 37 Prozent seiner weltweit verkauften Fahrzeuge ab (Westeuropa: 31 Prozent). VW hält damit den Abstand zum Hyundai-Konzern, die den dritthöchsten Marktanteil haben. Das höchste Wachstum erreichte im letzten Jahr PSA (+32 Prozent), die dort bereits jedes vierte weltweit verkaufte Auto absetzen. Hohes Wachstum erreichen auch Daimler (+29 Prozent), JLR (28 Prozent) sowie Ford (+19 Prozent) und BMW (17 Prozent).

Der US-Markt ist dagegen für japanische Hersteller ein gutes Pflaster. Toyota kann mit dem dritthöchsten Marktanteil leicht überdurchschnittlich wachsen (+6,2 Prozent) und setzt dort bereits 24 Prozent seiner weltweit verkauften Fahrzeuge ab. Die höchsten Zuwachs erzielt Subaru (+21 Prozent), die dort 56 Prozent ihrer Fahrzeuge verkaufen, gefolgt von Chrysler (+16 Prozent), und Nissan (+11 Prozent). Dagegen kann Ford, auch bedingt durch Modellwechsel (F-150), im Heimatmarkt mit einem Rückgang von 0,6 Prozent ebenso wenig überzeugen wie Volkswagen, die 2 Prozent weniger Fahrzeuge absetzen.

Absatzprognose 2015

2014 konnte sich Toyota im Kampf um die globale Absatzkrone mit 10,06 Millionen (ohne Hino) noch knapp vor dem VW-Konzern mit 9,94 Millionen (ohne MAN/Scania) behaupten, General Motors (9,92 Millionen) rutschte auf Rang 3 ab.

Nach einer aktuellen Prognose des CAM auf Basis der globalen Marktpositionierung bleibt es auch 2015 bei einem Kopf-an-Kopf-Rennen. Danach wird Volkswagen mit geschätzten 10,20 Millionen Einheiten und einem Wachstum von 2,6 Prozent aufgrund der Stärke in China und Europa den Abstand zu Toyota weiter verkürzen können, vermutlich jedoch aufgrund der Schwäche im weiter wachsenden US-Markt nicht am japanischen Branchenprimus vorbeiziehen, für den das CAM 10,25 Millionen und ein Wachstum von +1,9 Prozent prognostiziert. vorbeiziehen. General Motors wird demnach aufgrund neuer Produkte im wichtigen US-Markt um rund 2,7 Prozent zulegen und ebenfalls bei 10,2 Millionen Pkw/LCV landen. Die größten Zuwächse der Top-5 OEM werden von Hyundai (8,3 Millionen; +3,7 Prozent) und Ford (6,6 Millionen, +4,4 Prozent) erwartet.

10-Jahres-Vergleich der Absatzperformance

Im Langfristvergleich der Absatzperformance machen Hyundai und Volkswagen die größten Sprünge. Hyundai konnte seit 2005 seine Absätze um 130 Prozent auf über 8 Millionen Pkw steigern, während die Volkswagen-Gruppe auf 90 Prozent Zuwachs kommt. Hyundai konnte dabei insbesondere in China, USA und Europa seine Marktanteile drastisch erhöhen und besitzt relativ ausgeglichene Marktpositionierung. Volkswagen profitiert insbesondere von der 3 starken Marktposition in China und Europa, während die schwache Stellung in den USA (Ausnahme: Audi und Porsche) eine offene Flanke bleibt, so das CAM.

Überdurchschnittlich zulegen konnten im Langfristvergleich auch Daimler (+66 Prozent, ohne Chrysler, inkl. Vans) und BMW (+60 Prozent), die erhebliche Marktgewinne in den USA und China realisieren konnten. Auch Nissan kann seine Verkäufe seit 2005 um 49 Prozent steigern, ebenfalls dank guter Marktpositionierung in den USA und China. Daneben gehören auch die kleineren Hersteller Jaguar Land Rover (+68 Prozent) und Subaru (+60 Prozent) zu den Gewinnern des Langfristvergleiches.

Weit unterdurchschnittlich zum Branchenwachstum von 28 Prozent seit 2005 schneiden Mitsubishi (-20 Prozent), PSA (-13 Prozent), Ford (-7 Prozent), Fiat-Chrysler (-13 Prozent) sowie Renault (+7 Prozent) und GM (+8 Prozent) ab.

“Angesichts einer regional sehr unterschiedlich wachsenden Branche ist die strategische Marktpositionierung zu einer wichtigen Erfolgsvoraussetzung geworden. Zur Reduzierung der Verwundbarkeit, etwa bei regionalen Markteinbrüchen, erscheint jedoch eine möglichst global ausbalancierte Marktpositionierung hohe Flexibilität der Automobilhersteller langfristig vorteilhaft”, sagte Studienleiter Stefan Bratzel.

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CAM/ks